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"Freizeit-Tarzans" sollen Hotelbetten füllen Nun hat die Kurstadt an der Oos auch ein Outdoor-Programm, wo Gruppen ihr "Ego-Training" absolvieren können. Die Rede ist von einem so genannten Hochseilgarten (High Rope Course). Diese Anlagen, konzipiert für "das Zusammenspiel in der Gruppe", haben Hochkonjunktur und schießen wie die Pilze aus den Waldböden. Mit Gärten haben diese Gebilde im tiefen Forst jedoch nichts gemein, sie muten eher an wie eine Mischung aus Abenteuer-Spielplatz und Trimm-Dich-Pfad und erinnern stark an die Affenfreigehege in unseren Zoos. Im Baden-Badener Hochseilgarten gibt es zum Beispiel in luftiger Höhe eine Plattform, von der "gesicherte Sprünge" gemacht werden können. Bungee Jumping mal anders. Oder man überquert zwischen Baumwipfeln einen 10 cm breiten Holzbalken freihändig. Weniger Wagemutige laufen auf einer Brücke aus Querbalken von Baum zu Baum. Doch das absolute Highlight der Anlage ist der "Flying Fox": das sind an Seilen befestigte Autoreifen, wo man sich von Wipfel zu Wipfel fortbewegen kann. Wenn da kein "Tarzan-Feeling" aufkommt. Laut Betreiber soll der Sinn und Zweck dieser 40000 Euro teuren Anlage sein, dass Gruppen "ihr Verhalten in Extremsituationen besser steuern lernen". Doch so extrem ist das alles nicht, denn die "Freizeit-Tarzans" sind durch Klettergurte gesichert, ein Ausrutscher hat also keine größeren Folgen. "Topleistungen und Erfolge lassen sich nur noch im Team erzielen", so die Erkenntnis der Initiatoren und deshalb soll ab sofort "Teamgeist und Selbstvertrauen unter fachkundiger Anleitung" am Kletterbalken oder mit dem "Flying Fox" trainiert werden können. Mit dieser "Tarzan-Therapie" (ab 4 Stunden und ab 40 Euro) soll also der "moderne Mensch" teamfähig und selbstbewusst gemacht werden. Eine Besonderheit gibt es in Baden-Baden zu anderen Hochseilgärten. Sind anderswo Einheimische oder Schulklassen gern gesehene Akteure in den Parcours in luftiger Höhe, so ist die Zielrichtung in Baden-Baden eine andere. "Wir wollen den Hochseilgarten dazu nutzen, Übernachtungen zu akquirieren", so die Chefvermarkterin der Stadt, Brigitte Goertz-Meissner. Damit sich das auch für die Hotels lohnt, müssen die adrenalinhungrigen Gruppen aus mindestens 20 Teilnehmern bestehen. Aus "psychologischen Gründen" hat man die Baden-Badener Anlage weit weg und tief im Wald versteckt, ein gutes Stück hinter den Geroldsauer Wasserfällen. Man wollte "einen geschützen Raum" schaffen - ganz ohne "grinsende Zaungäste". 19.2.2003 (WP) Zurück zu den News Zurück zum Archiv |
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