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"Stolpersteine" in Baden-Baden

Steine gegen das Vergessen sollen auch in Baden-Baden an die Opfer des nationalsozialistischen Regimes erinnern. Menschen, die der Willkür der Nazibarbarei ausgesetzt gewesen und daran zugrunde gegangen sind, gab es auch in Baden-Baden, beispielsweise das Hotelierspaar Köhler-Stern.

1993 hat der Kölner Künstler Günter Demnig das Projekt "Stolpersteine" entworfen, das als dezentrale Gedenkstätte das Erinnern nicht zum Ritual erstarren lassen will mit dem Ziel, das ungeheuerliche Verbrechen nicht abstrakt werden zu lassen.

1997 wurde der erste 10 cm x 10 cm große, mit einer beschrifteten Messingplatte versehene Stein in Berlin-Kreuberg verlegt.

Rund 12500 Steine in mehr als 280 Kommunen erinnern, in den Bürgersteig vor der Haustür der letzten freiwillig gewählten Wohnung der Opfer eingelassen, mittlerweile an Juden, Sinti, Roma, politisch Andersdenkende, Widerstandskämpfer, Homosexuelle und viele andere Menschen, denen ihr "Anderssein" im so genannten Dritten Reich zum Verhängnis wurde.

In Baden-Baden will der Arbeitskreis "Stolpersteine Baden-Baden" Passanten ebenfalls zum "stolpern" bringen, das heißt an den bündig im Boden verlegten Steinen zum Innehalten und Lesen der Lebensdaten und Schicksal der Opfer aufzeigenden Täfelchen bringen. Dazu bedarf es neben der Unterstützung durch die Stadtverwaltung der Patenschaften für einen Stein. Paten können neben privaten Personen auch Vereine, Parteien und Stiftungen sein.

Ein Stein kostet 95 Euro, von der Recherche über die Fertigung bis zur Verlegung im Bürgersteig. Nach dem Verlegen geht der Stein als Schenkung an die Gemeinden.

Zu recherchieren gibt es in Baden-Baden etliches. Nicht nur der Arbeitskreis selbst, dem die ARTE-Redakteurin und Buchautorin Angelika Schindler, die Pfarrerin Silke Alves-Christe, Heike Kronenwett und Dagmar Kicherer (Stadtarchiv), Barbara Hoffs (deutsch-israelische Gesellschaft), Elisabeth Eckerlin, Thomas Reimer, Dirk Teuber (Kunsthalle) und Stadtrat Hansjürgen Oesterle (Grüne) angehören, wird Recherchearbeit leisten, sondern neben dem Stadtarchiv werden auch Schulklassen Adressen und Lebensgeschichte der bislang ermittelten 75 Juden und 25 anderen Opfer, die in der Kurstadt lebten, aufarbeiten.

Es ist vorgesehen, dass Günter Demnig am 4. November 2008 nach Baden-Baden kommt, um an acht Stellen "Stolpersteine" anzubringen, beispielsweise am Sonnenplatz für das Ehepaar Köhler-Stern. Weitere Steine sollen am 27. Januar 2009 - dem offiziellen Auschwitzgedenktag - die Anzahl der "Denkanstöße" erhöhen.

Kontaktadresse:
Silke Alves-Christe
Telefon: 07221-391302
E-Mail:
stolpersteine-baden-baden@web.de

Spendenkonten:
Sparkasse Konto-Nr. 010868, BLZ 66250030
Volksbank Konto-Nr. 280175404, BLZ 66290000. Als Verwendungszweck "Stolpersteine" angeben, Empfänger ist das Stadtarchiv Baden-Baden, das auf Wunsch auch Spendenquittungen ausstellt.

Mehr Infos:
Stolpersteine im Internet
Ehemalige Baden-Badener Synagoge


Das Buch zum Thema:

Der verbrannte Traum

Der verbrannte Traum
Jüdische Gäste und Bürger in Baden-Baden
Angelika Schindler
224 Seiten, Festeinband
Elster Verlag

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© 2008 by WAEPART Baden-Baden. All rights reserved. [Quellen: BT 24.1.2008, BNN 25.1.2008]