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Der Baden-Badener Hotelmarkt ist in Bewegung. Investoren und Geschäftsleute aus dem Osten kaufen Traditionshotels.

Russen auf Hotel-Einkaufstour

In der gewesenen "Sommerhauptstadt Europas" entwickelt sich derzeit ein schwunghafter Handel mit Hotelimmobilien. Vor allem russische Investoren haben ein Auge auf die Kurstadt an der Oos geworfen, die schon in der Zarenzeit Lieblingsort reicher Adeliger und Magnaten aus Moskau und St. Petersburg war.

So erwarb vor wenigen Monaten die Heliopark-Gruppe aus Moskau das
Badhotel zum Hirsch. Nach umfassender Sanierung und Ausbau des Dachgeschosses für Suiten ist die Wiedereröffnung des Traditionshotels im Sommer 2007 geplant.

Mehr als eine Million Euro will ein weiterer bisher noch unbekannter Russe in das Appartementhaus
Karlsbader Hof investieren. Geplant ist ein 4-Sterne-Haus mit 60 Betten. Verkäufer ist der Hotelier und Gastronom Prokop Pustina, der sein nur wenige Meter entferntes Hotel Am Friedrichsbad aber weiter betreiben will. Pustina verlautbarte, dass es sich bei dem Käufer des Karlsbader Hofes um einen Gast handele, "der bei uns im Urlaub gewohnt und sich für das Gebäude interessiert hat".

Eine rein "innerrussische" Transaktion ist der Verkauf des
Hotels Quellenhof. Das 4-Sterne-Haus in der noblen Sophienstraße 27-29 gehörte einstmals zum Imperium des Baulöwen Jürgen Schneider. Nach dessen Bankrott ging es in den Besitz der Deutschen Bank über. Diese wiederum verkaufte das 104 Betten zählende Anwesen an die in Baden-Baden ansässige Caba GmbH. Derzeitige Geschäftsstelle der CABA GmBH ist die Sophienstraße 3. Gesellschafter dieser Firma soll Andrej Tscherwitschenko sein, bis 2004 Präsident und Hauptaktionär des Profifußballclubs Spartak Moskau.

Nach erheblichen Investitionen in die 50 Zimmer und das im Erdgeschoss angesiedelte Café wurde nun die Herberge für angeblich 8 Mio. Euro an die in London gemeldete Signotels GmbH weitergereicht. Die neue Eigentümerin, als Investmentgesellschaft fungierend, soll erst unlängst von finanzstarken Russen gegründet worden sein. Sie besitzt nach Aussage des künftigen stellvertretenden Direktors Philipp Schmitt noch ein Hotel am Schluchsee, dessen Geschäftsführerin auch das Hotel Quellenhof leiten soll.

Der Handel mit den Traditionshotels fand im Januar 2007 eine Fortsetzung. So wurde bekannt, dass Georg Huber sein im Baden-Badener Stadtteil Gaisbach gelegenes
Waldhotel Forellenhof an eine Frau aus Aserbaidschan verkauft hat. Eingetragen in das Grundbuch wurde Farida Alasgarova, die als Wohnort Baku am Kaspischen Meer angibt. Betreiben soll das Haus ein "in der Gastronomie in Karlsruhe" erfahrener Fachmann.

Georg Huber, der jetzt nur noch den "Deutschen Kaiser" in der Innenstadt besitzt, hatte den Forellenhof vor 17 Jahren erworben. Trotz großer Anstrengungen ist es ihm nach eigenem Bekunden nicht gelungen, das Hotel auf gesunde Beine zu stellen. "Wir schafften es finanziell nicht, das Haus auf 3- oder 4-Sterne-Niveau zu bringen. Doch anders können wir nicht überleben", so seine Bilanz.

Bei der derzeitigen schlechten Situation der Baden-Badener Mittelklassehotels darf man gespannt sein, welche weiteren Baden-Badener Traditionshotels demnächst in russischen Besitz übergehen. (WP)

Quelle: Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung, Februar 2007

Karlsbader Hof Baden-Baden

Vom Appartementhaus
zum 4-Sterne-Hotel: Auch der Karlsbader Hof gegenüber dem Friedrichsbad soll umgewandelt werden.

Abb. © Wolfgang Peter

 

 

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