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Der Faust von heute verkauft seine Seele gegen "Glamour" Außerhalb Münchens, in den Studios von Heimstetten, entstand ein Stück deutsches Kino, der Film "666 - Traue keinem, mit dem Du schläfst". Rainer Matsutani (37) inszenierte seinen zweiten Film für die Leinwand, nachdem er 1995 sein Kino-Debüt mit "Nur über meine Leiche" gab. Matsutani hat bisher fürs Fernsehen einige Genre-Filme, vornehmlich Grusel, Horror und Science-Fiction-Streifen gedreht. Hat man einmal damit angefangen, will man immer mehr: nun also fürs Kino "Faust und Mephisto", diese alte Story um den Verkauf der Seele - den Pakt mit dem Teufel. Zwei Jahre dauerte die Realisierung dieses Projektes, das Matsutani als "Romantic Comedy" und "Modernisierung des Faust-Mythos" bezeichnet. Es geht in diesem Film also um die Sucht der "Normalos" nach Glamour, das sich bis ins Perverse hineinsteigert. Und: Der Kapitalismus kapitalisiert dabei den Menschen." Also Philosophie neben Glamour, traditionelle Werte neben dem kapitalistischen Verkauf des eigenen Ich. Ein urfaustisches Thema, eine bunte Mischung - das vordergründig Schrille vor dem hintergründig Tragischen. ![]() Zum Inhalt: Frank Faust (Jan Josef Liefers) ist der geborene Pechvogel. Sein Leben läuft nicht so, wie es sollte. Er jobbt in seiner Heimatstadt Baden-Baden als Taxifahrer, obgleich er einst als ein hoffnungsvolles Musiktalent gehandelt wurde. Sein Architekturstudium hat er ebenso vernachlässigt wie seine Freundin Jennifer (Sonsee Ahray Floetmann). Also lässt sie ihn sitzen, um sich in München ein neues, besseres Leben aufzubauen. Dort findet sie bei dem Fotografen Axel (Thure Riefenstein) privat und beruflich denn auch alles, was Portemonnaie und Herz begehren. Just zu diesem Zeitpunkt tritt Mephisto II. (Armin Rohde) auf den Plan, um Frank ein fatales Angebot zu machen. Der Sohn Satans (Hanns Zischler) offenbart Frank nicht nur seine Nachfahrenschaft des legendären Faust, sondern bietet ihm den Pakt an, ihn nach München zu begleiten, wo er sich fortan in der High Society in alle möglichen Promis transformiert, an deren Seite Frank eine gute Figur mache, Beachtung fände, einen neuen Job und gewiss auch Jennifer zurück erobern werde. Gesagt, getan. Doch so einfach will der Plan natürlich nicht aufgehen... "Faust und Mephisto" wurde nahezu vollständig in und um München gedreht, selbst die 20-Minuten-Sequenz über Baden-Baden entstand dort. Der 1988 in die Isar-Metropole gezogene, gebürtige Hockenheimer Matsutani hat für diverse Kurzauftritte die halbe Münchner Schickeria gewinnen können, von Modezar Rudolph Moshammer, Boris Becker, Claudia Schiffer, Henry Maske, Verona Feldbusch bis hin zu den Schauspielern Iris Berben und Heiner Lauterbach. Sie alle werden den mephistofelisch geplagten Frank Faust umschwirren. Da werden die Grenzen zwischen Realität und Fiktion schon mal fließend, aber genau diese Szenerie will Matsutani darstellen, kritisch-humoristisch beleuchten. Auch der Baden-Badener Schauspieler und "TV-Liebling" Ralf Bauer ist mit von der Partie. Er spielt den Ex-Lover von Jennifer. Ralf Bauer ließ es sich nicht nehmen, den Film zusammen mit dem Regisseur Matsutani persönlich in seiner Heimatstadt Baden-Baden vorzustellen. (WP) Februar 2002 Mehr über Ralf Bauer Zurück zum Archiv |
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