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„Der
Freischütz“ live bei ARTE und ARTE.tv
Die Neuinszenierung von Carl Maria von Webers
„Freischütz“ zur Eröffnung der
Pfingstfestspiele 2009 ist einer der
Höhepunkte der Saison. Man darf gespannt sein,
wie Robert Wilson, der vor Fantasie geradezu
überschäumende Multikünstler aus den
USA, den irrational-unheimlichen Höllenspuk
der Wolfsschluchtszene zu Bildern gerinnen
lässt. Schließlich schuf er einst mit
dem „Black Rider„ ein Musical, das auf dem
„Freischütz“ basierte und schrieb
Theatergeschichte. Das Mahler Chamber Orchestra
unter Thomas Hengelbrock, der soeben zum neuen
Chefdirigenten des NDR-Sinfonieorchesters
gewählt wurde, und ein illustres
Sängerensemble mit der großartigen
Juliane Banse als Agathe, leisten Wilson
„Schützenhilfe“ auf Instrumenten der
Entstehungszeit dieser romantischen Oper. Die
Kostüme werden exklusiv von dem namhaften
Design Duo Viktor & Rolf aus Amsterdam
entworfen und mit mit tausenden von Kristallen von
Swarowski versehen. Die zweite Vorstellung wird
beim deutsch-französischen TV-Kultursender
ARTE live übertragen. Bitte beachten Sie, dass
sich wegen der Live-Übertragung die
Anfangszeit um eine Stunde nach hinten, also auf 19
Uhr verschoben hat.
Erleben Sie den „Freischütz“ am Samstag, 30.
Mai 2009, 19 Uhr

sowie am Montag,
1. Juni 2009, 19 Uhr.

Giuliano
Carmignola im Originalklang
Auf den ersten
Blick sind die Unterschiede zwischen einer modernen
Violine und einer Barockvioline kaum auszumachen.
Jedenfalls für einen Laien. Doch der Klang ist
ein anderer: weniger direkt und intensiv, subtiler,
seidiger. Das liegt am kürzeren Hals der
Barockvioline, dem schmaleren Bassbalken und vor
allem an ihrer Bespannung mit Darmsaiten. Auch
altbekannte Werke, wie die Frühlingssonate von
Ludwig van Beethoven, klingen auf einer
Barockvioline wie verwandelt. Der italienische
Geiger Giuliano Carmignola ist ein Meister der
historischen Spielpraxis, ebenso wie sein Partner
Yasuo Yano - am Hammerflügel. Ein moderner
Flügel würde den feinen Sound der
Barockvioline schlechterdings erschlagen.
Hören Sie die Sonntags-Matinee mit Giuliano
Carmignola am Pfingstsonntag, 31. Mai, 11 Uhr.
Thomas
Hengelbrock und Véronique
Gens
Thomas Hengelbrock ist zweifellos eine der
bemerkenswertesten Dirigentenpersön-lichkeiten
unserer Tage. Soeben wurde er zum neuen
Chefdirigenten des NDR-Sinfonieorchesters als
Nachfolger von Christoph von Dohnány
gewählt. Er begann seine künstlerische
Laufbahn als Violonist, unter anderem bei
Originalklang-„Guru“ Nikolaus Harnoncourt. Dessen
Ideal eines am Originalklang orientierten,
scharfkanti-gen und aufgelichteten Klangbild ist
auch in Hengelbrocks Interpretationen deutlich
herauszuhören. Etwa in den Ausschnitten aus
populären Mozart-Opern, die im Fest-spielhaus
auf dem Programm stehen. „Spannender und
intensiver, als das Hengelbrock tut, lässt
sich Mozart heutzutage schwerlich musizieren“,
schrieb ein begeisterter Kritiker über
Hengelbrocks Beiträge zum Mozartjahr 2006.
Wegen einer Live-Übertragung dieses Konzerts
bei ARTE wurde die Anfangszeit um eine Stunde nach
hinten verschoben, also auf 19 Uhr.
Thomas Hengelbrock am Pfingstsonntag, 31. Mai 2009,
19 Uhr.

"Late Night" mit
dem Ahn-Trio in der Trinkhalle
Eigentlich
verstehen sich die drei Schwestern des
Ahn-Klaviertrios als klassisches Ensemble. Doch das
Repertoire der hübschen New Yorkerinnen endet
nicht bei Bach, Beethoven & Co, sondern reicht
über Meister des 20. Jahrhunderts wie
Schostakowitsch und Suk bis zu
zeitgenössischen US-Komponisten und zur
Popmusik. Zahlreiche Werke wurden eigens für
das Ahn-Trio komponiert, womit das
überschaubare Repertoire für Klaviertrio
beträchtlich erweitert worden ist. Etwa die
„Engadiner Suite“ des berühmten
Filmkomponisten Maurice Jarre. Oder Musik von The
Doors oder David Bowie, die eigens für die
Ahns bearbeitet wurden. Veranstaltungsort dieses
ungewöhnlichen Konzerts ist die Trinkhalle
Baden-Baden.
Lauschen Sie den Klängen des Ahn-Trios am
Pfingstsonntag, 31. Mai, 23 Uhr.
Jordi Savall im
Museum Frieder Burda
Die Gambe (Beingeige) ist nicht, wie viele meinen,
der Vorläufer des Violoncellos, sondern eine
eigene Instrumentenfamilie, die im 18. Jahrhundert
weit verbreitet war. Sie wird auf die Beine
gestützt und mit „untergriffiger“ Bogenhaltung
gespielt, was recht unbequem aussieht. Die Gamben
mit ihrem zarten und leicht näselnden Klang
traten gegen Ende des 15. Jahrhunderts von Spanien
aus ihren Siegeszug durch Europa an. Deswegen ist
es vielleicht kein Zufall, dass der bekannteste
Gambist unserer Zeit, Jordi Savall, ein Spanier,
respektive Katalane, ist. In unserem morgendlichen
Konzert interpretiert er unter anderem
Kompositionen von Marin Marais und Monsi-eur des
Saint Colombe, zweier Gambisten und Komponisten des
Barockzeitalters.
Lassen Sie sich von Jordi Savall im Museum Frieder
Burda am Pfingstmontag, 1. Juni 2009 ab 8 Uhr
wecken.
Vortrag mit
Alfred Brendel im Dorint
Alfred Brendel,
diesmal nicht mehr als Pianist, sondern als
Literat. Der große öster-reichische
Künstler mit Wohnsitz in London, der
Jahrzehnte lang als führender Inter-pret vor
allem der Werke der deutschen Klassik galt, hat im
Dezember 2008 sein unwiderruflich letztes
öffentliches Konzert gegeben. Doch Brendel
(Markenzeichen: die Baskenmütze) wird seinem
Baden-Badener Publikum erhalten bleiben.
Schließlich hat der Querdenker kluge
Bücher zu Themen der Musik geschrieben und
auch eine Reihe von Bänden mit skurrilen
Gedichten herausgebracht. Am ersten Abend einer
kleinen Trilogie will er seine Gedanken über
den „Charakter der Musik“ zur Diskussion
stellen.
Lassen Sie sich von Alfred Brendels Vortrag am
Dienstag, 2. Juni 2009, 20 Uhr inspi-rieren.
Veranstaltungsort ist der Malersaal des Dorint
Maison Messmer.
Alfred Brendel
und Adrian Brendel
Seine Gedichte handeln vom „Speckschwein“, einem
„Dromedar mit Dackelbeinen“, einem „schnarchenden
Hund“ oder dem „Klavierteufel“. Die Rezensenten
waren begeistert von Alfred Brendels aberwitzigem
Gedichtband „Spiegelbild und schwarzer Spuk“, von
den „Aphorismen und intellektuellen Vexierbildern“
eines „Skeptikers“, der nicht nur den „bösen
Blick“ schule, sondern auch in der Lage sei, sich
„mit einem lachenden Auge“ selbst zu sehen. Die
Lesung begleitet Brendels Sohn Adrian, ein begabter
Cellist, mit Musik von Bach bis Kurtág.
Besuchen Sie diese ungewöhnliche Veranstaltung
mit den Brendels auf der Bühne des
Festspielhauses am Mittwoch, 3. Juni 2009 um 20
Uhr.
Brendel liest
Brendel
Empfohlen von
Alfred Brendel: Kit Armstrong
Nein, Alfred Brendel spielt wirklich nicht mehr in
der Öffentlichkeit. Aber sein Talent lebt in
seinen Schülern weiter. Einer von ihnen ist
der junge Kit Armstrong. Der Tee-nager begann schon
mit fünf Jahren, Klavier und Komposition zu
studieren und war schließlich mit sieben
Jahren der jüngste Student, der jemals als
Stipendiat an der Chapman University of California
aufgenommen wurde. Zu dieser Zeit komponierte er
auch seine erste Sinfonie mit dem Titel
„Celebration", die vom kalifornischen Pacific
Symphony Orchestra uraufgeführt wurde.
Außergewöhnlich begabt ist der
Engländer mit chinesischen Wurzeln auch auf
den Feldern Mathematik, Naturwissenschaften und
Sprachen. Brendels „Wunderkind“ spielt Werke von
Bach bis - Armstrong.
Der Klavierabend mit Kit Armstrong findet am
Donnerstag, 04. Juni 2009, 20:00 Uhr auf der
Bühne des Festspielhauses statt.
Arcadi Volodos
gibt Klavierabend
Ein „Genie am Klavier“ nennen sie ihn, einen
„Hexenmeister“. Manche Kritiker sprechen gar
ehrfürchtig vom „neuen Horowitz“. Zweifellos
ist der russische Pianist Arcadi Volodos eines der
größten Klaviertalente unserer Tage.
Seine atemberaubende Virtuosität ist niemals
Selbstzweck, sondern immer fundiert durch ein
feines Gespür für Spannungsbögen und
musikalische Tiefe. Wettbewerben verweigerte er
sich stets, dennoch gelang ihm eine kometenhafte
Karriere. Seine Nähe zu Horowitz kommt nicht
von ungefähr. Volodos spielt etwa die
Rhapsodien Franz Liszts gerne (nach Gehör!) in
der schwierigen Bearbeitung seines Vorbildes oder
widmet sich anderen Horowitzschen
Bravourstücken wie dessen aberwitzigen
„Carmen“-Variationen.
Arcadi Volodos erleben Sie am Freitag, 5. Juni
2009, 20 Uhr.

Vivaldi mit dem
Venice Baroque Orchestra
„Juditha Triumphans“ ist Vivaldis einziges
erhaltenes Oratorium. Es handelt von Ju-dith, der
Heldin des alten Testaments, die dem feindlichen
General Holofernes den Kopf abschlägt und
durch diese Tat ihr Land rettet. Das Stück
wurde 1716 kompo-niert und vom Orchester des
Ospedale della Pieta mit großem Erfolg
uraufgeführt. Anlass für das Auftragswerk
war der Sieg der Republik Venedig über die
Türken wäh-rend der Belagerung von Korfu.
Bemerkenswert ist, dass das selten zu hörende
Oratorium nur von Frauen gesungen wird. Auch der
Chor besteht nur aus Frauenstimmen, was dem Werk
den Ruf der ersten „Emanzipations“-Oper eintrug. Im
Festspielhaus wird das Werk vom renommierten Venice
Baroque Orchestra aufgeführt - natürlich
auf Originalinstrumenten.
Diese konzertante Aufführung von „Juditha
Triumphans“ findet am Samstag, 6. Juni 2009, 19 Uhr
statt.
"Late Night" mit
Lendvay & Friends
Das Klischee vom Teufelsgeiger ist
zugegebenermaßen etwas abgegriffen. Doch auf
den ungarischen Violonvirtuosen József
Lendvay mag es dennoch zutreffen. Lendvay stammt
aus einer hochmusikalischen Familie. Sein Vater,
„Csócsi“ Lendvay, ist einer der
populärsten ungarischen Interpreten von
Zigeunerfolklore. Doch zunächst trat Lendvay
nicht in die Fußstapfen des Vaters, sondern
studierte klassische Violine und arbeitete als
Konzertmeister in Justus Frantz’ „Philharmonie der
Nationen“. Als Pri-marius seines Quintetts
betätigt sich Lendvay nun als
Grenzgänger. Sein weites Répertoire
verbindet klassische Musik von Bach bis
Bartók mit temperamentvollen Improvisationen
südosteuropäischer Melodien.
Dieses Late Night auf der Bühne des
Festspielhauses können Sie am Samstag, 6. Juni
2009, 23 Uhr besuchen.
Sol Gabetta in
der Sonntags-Matinee
Die argentinische Cellistin Sol Gabetta ist noch
keine 30 Jahre alt, kann aber schon auf eine
beachtliche internationale Karriere
zurückblicken. Mit viereinhalb Jahren hielt
sie zum ersten Mal ein zierliches Kinder-Cello in
ihren Händen. Sie studierte in Madrid, in
Basel sowie bei keinem Geringeren als David
Geringas in Berlin. 2004 gelang ihr der
internationale Durchbruch, als sie den renommierten
Credit Suisse Group Young Artist Award gewann und
beim Lucerne Festival mit den Wiener
Phil-harmonikern unter Valery Gergiev auftreten
konnte. Zusammen mit ihrer Klavierpartnerin, der
lettischen Pianistin Lauma Skride, einer Schwester
der bekannten Geigerin Baiba Skride, spielt Sol
Gabetta in unserer Sonntags-Matinee unter anderem
die ebenso virtuose wie melodiöse Cellosonate
op. 119 von Sergej Prokofjew sowie ein Stück
des argentinischen Komponisten Alberto
Ginastera.
Lassen Sie sich in dieser Sonntags-Matinee von Sol
Gabetta am 7. Juni 2009, 11 Uhr verzaubern.
www.pfingstfestspiele.de
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