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desolaten Zustand. Neues Schloss für immer im Dornröschenschlaf? Wie ein greifbares Stück badischer Geschichte thront das Neue Schloss über Baden-Badens Altstadt. Doch das historische Bauwerk befindet sich in einem Zerfallsstadium, seit sich das Haus Baden nicht mehr in der Lage sieht, die hohen Unterhaltungskosten für die einstige Markgrafenresidenz zu tragen. Als Retter in der Not hat sich Hotelier Thomas Althoff, der bereits sieben Luxusherbergen betreibt, angeboten. Er will das Neue Schloss zu einem "Fünf Sterne plus"-Hotel umbauen. Ende März 2003 soll nun die endgültige Entscheidung fallen. Mehr als 20 Jahre lang bemühten sich Markgraf Max von Baden und Prinz Bernhard vergeblich, das Bauwerk mitsamt seinen Nebengebäuden und dem 50000 Quadratmeter großen Park zu verkaufen. Stadt und Land winkten aus Geldmangel ab und ließen sich auch nicht auf ein Tauschgeschäft gegen Waldflächen ein. Andere, zum Teil recht abenteuerliche Pläne scheiterten an den Genehmigungsvoraussetzungen oder an den hohen Kosten. Seit Ende 1995, als der Markgraf die im Neuen Schloss gespeicherten Kunstschätze und das Inventar versteigern ließ, liegt das Schloss nun im Dornröschenschlaf und zerfällt zusehends. Mit großer Erleichterung wurde deshalb die Mitteilung der Kölner Althoff-Gruppe im Juli 2001 aufgenommen, das historische Schmuckstück zu einem "Fünf Sterne plus"-Hotel mit 150 Zimmern umzubauen. Der Kaufvertrag wird jedoch nur wirksam, wenn die Genehmigungen für den Umbau und einen im Schlosspark geplanten Neubau mit Hotelzimmern, Wellness-Trakt und Tiefgarage erteilt sind und die Gesamtkosten den wirtschaftlichen Betrieb eines solchen Hotels zuließen. Die Gesamtkosten bezifferte Althoff damals auf maximal 45 Millionen Euro, als frühestmöglichen Zeitpunkt für den Baubeginn wurde das Frühjahr 2002 genannt. Inzwischen haben alle zuständigen Behörden grünes Licht für Althoffs Hotelpläne gegeben, doch eine Baugenehmigung wurde bislang nicht beantragt. Althoff gibt nun der Bundesregierung die Schuld: Sollte im geplanten Steueränderungspaket die Denkmalschutz-Abschreibung eingeschränkt werden, wäre das Projekt für ihn "gestorben". Denn er benötigt für die Finanzierung seines Vorhabens private Investoren. ![]() Man kann nur hoffen, dass aus einem der wichtigsten Schlösser Badens keine Ruine wird. Eine Schlossruine in Baden-Baden, das Schloss Hohenbaden, sollte genügen. 6.2.2003 (WP) Die Hoffnung auf eine Sanierung und Belebung der einstigen Residenz der badischen Markgrafen muss vorerst begraben werden. In einer Pressekonferenz am 26. Mai 2003 teilte Bernhard Prinz von Baden der Öffentlichkeit mit, Thomas Althoff habe wegen zu hoher Kosten und wegen der gesamtwirtschaftlichen Lage den Plan, aus dem Neuen Schloss ein Hotel der Spitzenklasse zu machen, begraben. Des Weiteren führte der Prinz aus, das Neue Schloss werde seiner Einschätzung nach auch in den kommenden Jahren ungenutzt bleiben müssen. Die markgräfliche Familie, als Besitzer des stadtbildprägenden Bauwerks, werde fällige Notsicherungen am Gebäude allerdings vornehmen lassen. Gute Chancen für Rettung Den Akteuren war die Erleichterung anzumerken, als sie gestern in einer fast schon pompösen Pressekonferenz die Käufer des Neuen Schlosses präsentierten. Das denkmalgeschützte Gemäuer, das dem Verfall preisgegeben war und sich zu einem großen Problem für die Stadt und das Land zu entwickeln drohte, ist an den Mann gebracht. Kaum verdaut ist die Enttäuschung über die gescheiterten Pläne des renommierten Hoteliers Thomas Althoff, da scheint schon eine Alternativ-Lösung perfekt: Damit hatte kaum einer gerechnet. Die kuwaitische Al-Hassawi-Gruppe veranschlagt für ihr Luxushotel-Projekt weit mehr, als Althoff seinen Geldgebern abverlangen konnte. Das kann Skepsis wecken - wobei alle bislang bekannten Informationen darauf hindeuten, dass die Investoren aus dem Scheichtum am Persischen Golf den Dinar nicht zweimal umdrehen müssen. Insofern scheinen die Chancen nicht schlecht, dass die viel beschworene Rettung des Schlosses diesmal gelingt. Bleibt zu hoffen, dass die neuen Eigentümer ihr Versprechen halten und die wertvolle Bausubstanz "mit größter Sorgfalt" behandeln. Obendrein wären sie gut beraten, das Althoff-Motto zu übernehmen: ein Haus schaffen, das - der historischen Bedeutung der Residenz gemäß - den Menschen in der Region offen steht. Albert Noll, Badisches Tagblatt 31.10.2003 Zurück zu den News Zurück zum Archiv |
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