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Sonntag, 17.
April 2011, 11:00 Uhr
Alter Ratsaal im Rathaus Baden-Baden
Französische
Musik aus Baden-Baden
Eine
Veranstaltung des Schuncke-Archiv e.V. mit der
Stadt Baden-Baden.
Der Eintritt ist frei.
Zwei große Kulturwellen mit französisch
inspirierter Musik sind bis heute wesentliche
Pfeiler des Konzertlebens in Baden-Baden: die
erste, private, zur Zeit der "Belle Epoque", im 19.
Jahrhundert; die zweite, nach dem 2. Weltkrieg,
durch die Besatzungspolitik aus Paris (etwa Aufbau
des Südwestfunks). Damals waren die
jüngeren Hörer an zeitweilig verfemte
Werke jüdischer Komponisten sowie die
"entartete" Moderne heranzuführen. Aus dieser
Fülle wurde das 21. Archiv-Konzert für
den Bereich "Solostimme mit Klavierbegleitung"
zusammengestellt, bei einer temporären
Begrenzung von etwa 100 Jahren: Romantik bis
Im-/Expressionismus zu Anfang des 20. Jahrhunderts:
Werke von G. Meyerbeer, F. Liszt, P. Viardot, G.
Fauré, M. Ravel. Internationale Liedtexte
waren zu berücksichtigen, dem Jubilar Franz
Liszt angemessen: Deutsch, Französisch,
Italienisch, Neugriechisch. Wert gelegt wurde
ferner auf Komponisten, die nach Baden-Baden
gekommen waren, wie auch Liszt mehrfach (zwischen
1840 und 1885). Manche weilten häufig hier,
wie Meyerbeer oder waren wohnhaft wie die Viardot.
"Französische Musik aus (den Salons von)
Baden-Baden."
Mit dieser Auswahl erfüllt sich der Wunsch der
Sopranistin Miriam Alexandra, "Keine Arien und
Lieder - einmal nur Lieder!" Vom Schuncke-Archiv
und seinem Kreis wird sie seit Jahren in ihrer
Entwicklung begleitet: von den Studienanfängen
über ihre Auszeichnung durch die
"Studienstiftung des deutschen Volkes" bis zu ihren
heutigen Erfolgen auf Bühnen, in
Konzertsälen und im kirchlichen Bereich. Nach
eigenen Neuentdeckungen von Werken der Viardot
arbeitet sie darüber an ihrer Doktorarbeit.
Als Begleiter fungiert der Antwerpener
Musikprofessor und Schumann-Preisträger Jozef
De Beenhouwer. Er hat u.a. auch eine CD mit
Klavierwerken von Ludwig Schuncke mit dem
Südwestfunk eingespielt. Während des
Konzertes wird Andreas Holschneider gedankt, dem
ehem. Musikprofessor und Präsidenten der
Deutschen Grammophon, anlässlich der
Vollendung seines 80. Geburtstages; aus seiner
"Archiv-Produktion" hat fast jeder CDs oder
Schallplatten in seinem Musikregal. Ohne ihn
gäbe es die Schuncke-Archiv-Konzerte und vor
allem auch den Hornpreis an unserer Philharmonie so
wie jetzt nicht.
Andreas Holschneider vollendet in Baden-Baden am 6.
April 2011 sein 80. Lebensjahr. Geboren in
Freiburg/Breisgau, studierte er nach dem Abitur
Musikwissenschaften im In- und Ausland, bevor er
als Professor an der Universität Hamburg u.a.
über Alte Musik forschte und lehrte. Seine
Berufung zum Präsidenten der "Deutschen
Grammophon" ermöglichte dem späteren
Träger des Bundesverdienstkreuzes, 25 Jahre
mit hohem Engagement deren "Archiv-Produktion" zu
leiten. Seine Einspielungen fast des gesamten
Klassischen Musikerbes mit den internationalen
Größen der Zeit bilden bis heute eine
unübertroffene Dokumentation musikalischer
Hochkultur, die breiten Hörerschichten durch
Schallplatten und CDs nahegebracht wurde.In vielen
Fachzeitschriften und Interviews bezog er zu
Einzelthemen Stellung. Bis heute fördert er
auch als Jurymitglied junge Hochbegabte. Das 21.
Schuncke-Archiv-Konzert am 17. April 2011 "Für
Andreas", im Alten Ratssaal Baden-Baden um 11:00
Uhr, ist ihm gewidmet. (PR)
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