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Baden-Badener Wissenschafts- und Kulturtage der Jan-Brauers-Stiftung/Vergabe des Harmonie-Preises für Naturfilmer/Vortrag von Nicholas Rescher

Keine weltanschaulichen, sondern wissenschaftliche Ziele

Die Jan-Brauers-Stiftung für Fortschritt durch Harmonie will das Harmonieprinzip an die Öffentlichkeit bringen. Deshalb veranstaltet die Stiftung erstmals die Baden-Badener Wissenschafts- und Kulturtage mit der Eröffnung des Gastprofessoren-Programms "BrauersLectures", einem Fest des Museums der Harmonie sowie der Vergabe des Jan Brauers-Harmonie-Preises für Dokumentationen in Bild, Ton und Wort.

Die 1989 gegründete gemeinnützige Stiftung hat das Ziel, die Erforschung des Harmonieprinzips und eine Orientierung an diesem Prinzip zu fördern. Für Brauers ist Harmonie ein Synonym für das ganzheitliche Gefüge des Schöpfüngssystems. Sein Interesse dafür komme zum einen aus der Philosophie und zum anderen von seiner Sammelleidenschaft für die Lyra, ein antikes Saiteninstrument, das als Symbol der Harmonie gilt. Schon der Philosoph Heraklit habe die Lyra als Beispiel für die Weltordnung genommen.

Aus diesen Gründen bilde die Lyra auch das Leitmotiv des Museums der Harmonie, das am Samstag, 12. Juli, ab 15 Uhr kostenlos zugänglich ist. Das 1994 eröffnete Museum will dem Besucher mit Hilfe von Texttafeln, Bildserien und Kunstwerken Harmonie als ein universelles Prinzip vermitteln, das sich auf viele Bereiche der Kunst und Wissenschaft erstrecke, so etwa die chinesische Medizin oder auch die moderne Volkswirtschaftslehre mit ihren Gleichgewichtstheorien.

"Die Stiftung hat keine weltanschaulichen, sondern wissenschaftliche Ziele", betont der Stuttgarter Philosophie-Professor Christoph Hubig, der als neues Mitglied der Stiftungsleitung gewonnen wurde. Gerade aus aus philosophischer Sicht sei das Harmonieprinzip sehr bedeutsam. Um das wissenschaftliche Standbein der Stiftung zu stärken, wurde ein Beirat mit Wissenschaftlern unterschiedlicher Fächer berufen, darunter Philosophen, Mediziner, ein Physiker und auch ein Musikwissenschaftler.

Teil der Wissenschafts- und Kulturtage der Jan-Brauers-Stiftung wird am 10. Juli um 17 Uhr die Eröffnung der, "Brauers-Lectures" sein, ein Gastprofessoren-Programm nach angelsächsischem Vorbild, bei dem der international renommierte Philosoph Nicholas Rescher zum Thema "Kognitive Harmonie" sprechen wird. "Dass ein Mann wie Rescher zu uns kommt, ist eine große Ehre für die Stiftung", zeigt sich Brauers stolz. Die weiteren Vorlesungen der Reihe finden an den Universitäten Freiburg, Stuttgart und Berlin statt.

Höhepunkt der Baden-Badener Wissenschafts- und Kulturtage bildet die erstmalige Verleihung des Jan-Brauers-Harmonie-Preises an Naturfilmer. Thema der Filme ist "Harmonie in der Natur". Neben dem Hauptpreis, der Nachbildung einer Apollo-Statur, werden drei Anerkennungspreise und ein Förderpreis für Nachwuchsfilmer vergeben. Sowohl die Verleihung des Harmonie-Preises als auch die Wissenschafts- und Kulturtage sollen laut Brauers künftig eine feste Einrichtung in Baden-Baden werden. Die Teilnahme an der Eröffnung der "Brauers-Lectures" sowie am Museumsfest ist nach vorheriger Anmeldung bei der Stiftung kostenlos möglich, Tel.: (0 72 21) 3965 39/24334

Badisches Tagblatt, 17. Juni 2003


Die Wissenschafts- und Kulturtage des Jahres 2004 offerierten im Oktober unter anderem Beiträge hochrangiger Professoren. Der Züricher Philosophieprofessor Hermann Lübbe referierte zum Thema: "Die Zivilisationsökomene, Globalisierung ökonomisch, politisch und kulturell". Der Leiter der hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Harald Müller, nahm sich des Themas "Gerechtigkeitsprobleme in globalen Entscheidungsprozessen" an.


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