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"Hansi von der Bank'' wurde er im Spielcasino genannt. Er verspielte fast 13 Millionen Mark. Geld, das sich der Banker von seiner Bank beschaffte. Jetzt steht er vor Gericht. Ein früherer Bankangestellter hat gestern vor dem Offenburger Landgericht ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Anklage wirft dem 46-Jährigen vor, in 122Fällen seinen Arbeitgeber, die Sparkasse Lahr-Ettenheim, um 12,8 Millionen Mark (das sind 6,5 Millionen Euro) betrogen zu haben. Er habe das ganze Geld seit 1993 bei mehr als 100 Besuchen des Spielcasinos in Baden-Baden und einigen Besuchen der Spielbank Stuttgart verspielt, sagte der frühere Firmenkundenbetreuer der Bank vor Gericht. Auch die ihm vorgeworfene Urkundenfälschung räumte der Angeklagte ein. Eine halbe Stunde dauerte die Verlesung der langen Liste der Verfehlungen. 1993 habe alles angefangen, gab der Angeklagte zu. Er habe auf den Namen eines sorglosen Freundes ein Konto mit einer Vollmacht für sich selbst eröffnet. Ein Kredit in Höhe von 100000Mark sei schnell weg gewesen: Das Geld habe er abgehoben und verspielt, sagte der 46-Jährige. Der Banker gestand, zwischen 1993 und 1998 fingierte Konten vermögender Geschäftskunden auf deren Namen eingerichtet zu haben. Auf diese Konten ließ er sich Kredite gewähren. 1998 seien die Beträge auf mehr als 200000 Mark pro Abhebung gewachsen. Mehrmals pro Woche war er damals nach Baden-Baden gefahren. "Hansi von der Bank'' sei er bald genannt worden. Mit weiteren Konten erhöhte er seine Schuld gegenüber der Bank auf knapp 13 Millionen Mark. Nur einmal, 1998, sei er vom Vorstand zur Rechenschaft gerufen worden, als es Hinweise auf den spielenden Banker gegeben hatte. Man habe ihm aber nur gesagt, dass die Besuche des Spielcasinos nicht länger toleriert werden. Der Angeklagte schilderte vor Gericht, dass er es immer wieder geschafft hatte, die Kontrolleure der Bank zu täuschen. Nur einmal habe er, um die Enttarnung zu vermeiden, einem Geschäftskunden und Freund eine Schuldanerkenntnis abgegeben. Dieser war auf die Unregelmäßigkeiten aufmerksam geworden. Kunden der Bank seien jedoch nie geschädigt worden. Im August 2000 wurde der Mann überführt. Er war geflüchtet, stellte sich aber wenige Tage später der Polizei und sitzt seither in Untersuchungshaft. Das Urteil wird voraussichtlich am 18. Juli gesprochen. © Südwest-Presse Juli 2001 |
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