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Gymnasiums Hohenbaden spielt "Gott" Im reichlich fiktiven Athen des 5. Jahrhunderts v. Chr. wird von dem Autor Hepatitis und dem Schauspieler Diabetes ein Stück für das Athener Dramenfestival geprobt. Nur: Hepatitis will für sein Stück „Der Sklave“ leider kein origineller Schluss einfallen, der die richtige Botschaft enthält. Während beide ins Philosophieren über Theater und Realität geraten, scheint die Rettung durch den feilschenden Erfinder Trichinosis in Sicht zu sein. Er will nämlich Zeus mit seiner Maschine einfliegen lassen und somit Hepatitis zum Sieg verhelfen. Damit scheint alles gelaufen, doch die eigentliche Katastrophe beginnt erst noch... Die Aufführungen des von der Theater-AG umgeschriebenen Stückes "Gott" von Woody Allen finden am Mittwoch, dem 23.02., Freitag, dem 25.02., und Samstag, dem 26.02.2005, jeweils um 20.00 Uhr in der Aula des Gymnasium Hohenbaden statt. Der Eintritt ist traditionsgemäß frei! Theater AG des Gymnasiums Hohenbaden bietet Woody-Allen-Stück "Gott" Historische Verwicklungen mit aktuellen Bezügen Ein antikes Dramenfestival, musikalisch eingeläutet vom zwar nicht brandaktuellen, aber doch immerhin einigermaßen zeitnahen Hilferuf der Beatles "Help"? Wer dabei an schwer wiegende historische Verwicklungen mit aktuellen Bezügen dachte, der fand sich bestätigt. In ihrer heiteren und letztlich dennoch hoch dramatischen Persiflage widmete sich die Theater-AG des Gymnasiums Hohenbaden dem Woody-Allen-Stück "Gott", was fast schon automatisiertes Zwerchfelltraining vorprogrammierte. Was die Jugendlichen unter der Regie von Vincent Zimmermann und David Schad da auf die Bühne zauberten, ließ die gut durchdachten und in Szene gesetzten Gags im Stakkato auf die Besucher in der vollen Aula prasseln. Zu Grunde liegt der Geschichte der Ideenmangel des griechischen Dichters und Regisseurs Hepatitis (souverän Tobias Weggler), dem zu seinem Stück "Der Sklave" partout kein Schluss einfallen will. Dabei steht doch das Athener Dramenfestival vor der Tür, wobei Hepatitis unbedingt den Ehrenpreis erringen will. Während er mit dem Darsteller der Sklavenrolle, Diabetes (ausdrucksvoll Magnus Zimmermann), verzweifelt über einen passenden Schluss sinniert, vermischen sich Fiktion und Wirklichkeit, Altertum und reale Gegenwart. Selbst das Publikum erweist sich als Sinnestäuschung, zum Leben erweckt nur durch die Autorin Laura Miller (Sophie Reinlaßöder). Inspiriert von Gudrun aus der Jube (Caroline Schäfer) philosophiert Hepatitis theatralisch über menschliche Verantwortung gegenüber göttlicher Gerechtigkeit, was den Sklaven wieder in die Gegenwart katapultiert. "Und du wunderst dich, dass du zu keiner Party mehr eingeladen wirst". Falls das Drama nicht aufgeführt wird, will er ins Stammlokal gehen. Doch Trichinosis (Vincent Zimmermann), ein windiger Händler, verspricht Hilfe durch seinen Burschen Bursitis (Sebastian Rappen). Kurz und gut, das Dramenfestival findet statt und bewegt sich mit Hepatitis auf seinen Höhepunkt zu. Darin soll nun Sklave Diabetes eine Botschaft (versteckt im chinesischen Glückskeks) zu "Muttiwohner" König Ödipus (Martin Jägel) bringen und bestellt bei dessen Leibwache (Jonas Nesselhauf) einen Spezialburger. Dazwischen toben die zwei Amerikaner Bob und Susi Zufall (David Schad und Eva Maske) durch die mittlerweile etwas konfuse Szenerie, in der auch noch ein verwirrter Kaiser (Sven Warth) und sein Minister (Lukas Rappen) aus dem letztjährigen Theaterstück Raum finden. Derweil leidet Zyklop Cratinus (Arthur Pistorius) an Mittelaugenentzündung. Ein Sprechchor (super abgestimmt: Lena Kolmeigner, Fiona Feiler, Laura Laabs, Alex Schank, Moritz Sauer, Janka Eisinger) kommentiert das Geschehen akribisch genau und diktiert teilweise den Fortgang. Vor dem Herrscherpalast (marmorn, majestätisch und Mietpreis-gebunden) entwickelt sich das Drama fast nach Disneyland-Art, Gott Zeus kommt in Gestalt von Bursitis aus einer Kanone geschossen und bricht sich dabei das Genick, ein Postbote übermittelt ein Telegramm ans Publikum, zum grotesken Schluss erklimmen auch noch Schneewittchen und ihre sieben Zwerge die Bühne. Der Lacherfolg und Begeisterungsstürme waren den Akteuren gewiss. Badisches Tagblatt, 25.2.2005 Zurück zu den News Zurück zum Archiv |
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