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Baden-Baden
Wirtschaft

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Börsenkurs steigt innerhalb eines Jahres um 68 Prozent - Internet-Plattformen und Auslandstöchter werden immer wichtiger

GrenkeLeasing in konstantem Höhenflug

Ausgabekurs am 4. April vorigen Jahres: 19 Euro, Kurs aktuell: rund 32 Euro. Mithin eine Kurssteigerung von 68 % innerhalb eines Jahres - welcher Neuer-Markt-Wert kann das heute bieten? Ein kleines Unternehmen mit Sitz in Baden-Baden, 173 Mitarbeitern und einer führenden Position in einer ausbaufähigen Marktnische: Grenke Leasing.
Am Anfang standen leere Taschen und eine Idee: Wolfgang Grenke wollte sein Wirtschaftsingenieurstudium finanzieren und Unternehmen, die sich Investitionen in die neueste Informationstechnologie aus Liquiditätsgründen nicht leisten konnten, mit einer neuen Geschäftsidee helfen: der Finanzierung von Notebooks, Personalcomputern, Bildschirmen und anderen Peripheriegeräten mit einem Investitionsvolumen von maximal 25 000 Euro.

Grenke begann 1978 sein Leasinggeschäft und war schnell so erfolgreich, dass er sein Studium aufgab und sich nur noch seinem Unternehmen widmete. Der Erfolg ließ nicht auf sich warten: Von 1990 an wurden erste Niederlassungen gegründet, Partnerschaften mit führenden Herstellern wie Hewlett-Packard und Intel abgeschlossen und 1997 der Sprung ins Ausland gewagt.

4 000 IT-Händler als Kunden
Der Erfolg gründet sich auf einem einfachen Geschäftsmodell: GrenkeLeasing suchte Partnerschaften mit großen Herstellern wie Hewlett-Packard, Sharp, Maxdata und Microsoft, die das Leasingangebot von Grenke ihren Händlern zur Verfügung stellten. Das Unternehmen bietet seine Dienstleistungen über seine Niederlassungen aber auch direkt inzwischen etwa 4 000 IT-Händlern in Deutschland an.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Bonitätsprüfung der Kunden mit Hilfe eines ausgefeilten Scoring-Verfahrens. Die Kündigungsquote konnte damit bis heute auf 1,6 %, die Schadenquote auf durchschnittlich 1 % p. a. gedrückt werden. Schließlich zeichnet das Unternehmen geringe Objektrisiken durch Vollamortisationsverträge (keine Restwerte) und die Ablehnung von Wartungs- und Gewährleistungspflichten aus. Zur Finanzierung des Wachstums sowohl im Inland als auch im europäischen Ausland ging GrenkeLeasing schließlich im vergangenen Jahr an die Börse. Bei den Analysten fand das Unternehmen durchgehend Anklang. Herausgehoben wurden beispielsweise in einer Studie der Deutschen Bank (Konsortialführerin) die starke Marktstellung mit einem Marktanteil von 29 %, die Unabhängigkeit der Gesellschaft, der hoch automatisierte Verwaltungsprozess, die durchdachte, risikoarme Refinanzierung und die drei E-Commerce-Plattformen.

Diese Wettbewerbsvorteile hat GrenkeLeasing inzwischen weiter ausgebaut. Bei den IT-Händlern in Deutschland haben die Baden-Badener inzwischen (nach eigenen Erhebungen) einen Marktanteil von 40 %. Die Wettbewerber ziehen sich entweder aus dem Markt zurück bzw. konzentrieren sich auf größervolumige Objekte (bankenabhängige Unternehmen) oder kämpfen mit ihrer geringen Flexibilität (herstellerabhängige Gesellschaften). Der Vertragsabschluss konnte durch das Angebot von Internet-Lösungen weiter vereinfacht und beschleunigt werden. Im Moment beträgt die Online-Quote etwa 30 % der Verträge.

Flexibilität nimmt zu
Die Vertragsgestaltung wird zunehmend flexibilisiert. So kann der Kunde sein Leasinggut vor Ablauf der vertraglich vereinbarten Laufzeit gegen ein anderes Leasinggut austauschen. Für Händler besonders interessant erscheint das Ende 2000 eingeführte Produkt "Vario-Pay", nach dem der Lieferant dem Kunden auch ein Zahlungsziel einräumen kann, von GrenkeLeasing aber sofort den Kaufpreis erhält (= Factoring). Damit soll ein Einstieg zum Leasing geboten werden.

Zur Refinanzierung verwendet das Unternehmen im Moment in erster Linie den Emissionserlös und die geleisteten Gesellschaftereinlagen in Höhe von 63 Mill. Euro. Darüber hinaus stützt man sich auf ein Asset-Backed-Security-Programm in Höhe von 100 Mill. DM, das jetzt auf 125 Mill. Euro aufgestockt und durch eine ABS-Anleihe ergänzt werden soll.

Die Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr war überzeugend. Das Neugeschäft stieg um 58 % auf 178,2 Mill. Euro, der Gewinn vor Steuern nach IAS auf 12,3 (8,0) Mill. Euro und nach Steuern sogar um 146 % auf 9,6 Mill. Euro. Damit entsprach das Vorsteuerergebnis Analystenerwartungen, übertraf sie nach Steuern aber deutlich (Deutsche Bank: 6,7 Mill. Euro). Dies lag allerdings in erster Linie an der Neubewertung der latenten Steuern infolge der Steuerreform.

"Noch einiges vor"
Für die Zukunft hat Konzernchef Wolfgang Grenke noch einiges vor, erklärte er im Gespräch mit der Börsen-Zeitung. Leasing werde in Europa noch attraktiver, ist er überzeugt und verweist auf die deutlich höhere Gesamt-Leasingrate in den USA (30 % der Investitionen) als in Europa (rund 14 %). Sein eigenes Unternehmen wolle diese Finanzierungsart durch neue Produkte fördern. Konkret werde das Leasingobjekt nach Ablauf der Leasingzeit über die Internet-Plattform "Assetbroker.de" verwertet. Die senke die Leasingraten, da ein Teil des Erlöses an den Kunden weitergegeben werde.

Im Inland wolle man die Zahl der IT-Händler, mit denen Geschäftsbeziehungen bestehen, auf 8 000 verdoppeln und noch mehr Volumen über jeden einzelnen Händler abwickeln. Bei der Erschließung ausländischer Märkte geht das Unternehmen in zwei Stufen vor: Zuerst werden Cross-Border-Geschäfte betrieben und dann bei Erfolg Niederlassungen gegründet (Frankreich) oder Unternehmen übernommen (Italien). Das bestehende Auslandsnetz mit Österreich, der Schweiz, Frankreich, Benelux und Italien soll im Oktober 2001 durch Spanien erweitert werden, so Grenke. Man profitiere dabei von den deutschen Erfahrungen und könne das Geschäftsmodell inklusive des national leicht abgewandelten Scoring-Modells übernehmen. Die Ausfallquoten seien bei den bestehenden Auslandstöchtern so hoch wie in Deutschland. Bisher hat dieses Geschäft einen Anteil von 12 % am Neugeschäftsvolumen, legte im vergangenen Jahr allerdings deutlich zu. Grenke zeigte sich überzeugt, dass das Auslandsgeschäft auch in Zukunft überproportional wachsen werde. An eine Expansion außerhalb Europas sei vorläufig nicht gedacht.

© Börsen-Zeitung, 17.3.2001




Grenkeleasing steigert Gewinn im 1. Quartal zweistellig

Der IT-Vermieter Grenkeleasing hat sein Wachstum im ersten Quartal beschleunigt und seinen Gewinn zweistellig gesteigert. Der Überschuss sei um 23 Prozent auf 4,8 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Baden-Baden mit. Vor Steuern sei der Gewinn um 28 Prozent auf 8,1 Millionen Euro geklettert.

Das Neugeschäft, die Summe der Anschaffungskosten neuerworbener Leasinggegenstände, erhöhte sich um 16 Prozent auf 88 Millionen Euro. Die Marge des Neugeschäfts, die eine wichtige Kennziffer für die Rentabilität des Neugeschäfts darstellt, stieg um 26 Prozent auf 10,0 Millionen Euro.

Für das laufende Geschäftsjahr werde ein Anstieg des Neugeschäfts von 13 bis 20 Prozent erwartet, sagte eine Sprecherin. Das Ergebnis solle zumindest im gleichen Umfang wachsen. "Wir versprechen uns da sogar noch etwas mehr." Die Grenkeleasing AG ist nach eigenen Angaben deutschlandweit Marktführer im IT-Leasing für Produkte wie PC, Notebooks, Kopierer, Drucker oder Software bis zu einem Anschaffungswert von 25.000 Euro.

© Süddeutsche Zeitung, 13.5.2004




Wolfgang Grenke leistet auch einen "Beitrag zur Stadtwentwicklung", wie das Badische Tagblatt vom 16. Juli 2004 berichtet:

Lichtentaler Allee 8: Einstieg des Baden-Badener Unternehmers perfekt / Investition von bis zu 20 Millionen Euro geplant

Grenke springt in die Bresche: Club ist "glücklich"

Bis zu 20 Millionen Euro will der Baden-Badener Unternehmer Wolfgang Grenke in das Anwesen Lichtentaler Allee 8 investieren. Grenke setzt seine im Mai bekannt gewordene Absicht in die Tat um, das Gebäude von der Bäder- und Kurverwaltung (BKV) zu kaufen und so das Kurstadt-Domizil des Internationalen Clubs (IC) zu erhalten. In einer Pressekonferenz sprach Präsident Bernhard Prinz von Baden gestern von einem "glücklichen und guten Tag" für den Club. BKV-Geschäftsführer Karlheinz Hillenbrand erinnerte an die Bemühungen um einen "Spagat, an Dritte zu verkaufen, aber die Nutzung durch den Internationalen Club zu sichern." Ende des Jahres läuft der Vertrag aus, der dem Club die mietfreie Nutzung von Räumen in dem denkmalgeschützten Gebäude ermöglicht - wobei darin eine Option enthalten ist, die dem Club Kauf oder Miete freistellt. Beides kam für den Galopprenn-Veranstalter nicht in Frage. Finanziell musste er sich auf Investitionen auf der Iffezheimer Rennbahn konzentrieren, für die neue Tribüne hauptsächlich, zudem erschien es sinnvoll, die Arbeitsplätze der Club-Beschäftigten nach Iffezheim zu verlegen. Den Sitz in der Allee - laut Prinz Bernhard das "emotionale und historische Herz" des Clubs - wollte der IC gleichwohl beibehalten.

Diese Konstellation ermöglicht der Unternehmer Wolfgang Grenke, Chef der gleichnamigen Leasing-AG: Mietfrei hat der Generalsekretär weiterhin sein Büro in dem Gebäude, zudem kann der Club die Säle für gesellschaftliche Ereignisse nach wie vor nutzen. In Abstimmung mit der Oberbürgermeisterin hatte die BKV sieben Baden-Badener Unternehmern das Objekt angeboten. Grenke hatte "unter den guten das beste Konzept vorgelegt", so Hillenbrand. Zu Beginn des kommenden Jahres soll das Anwesen in Grenkes Eigentum übergehen. Laut Hillenbrand hat der BKVVerwaltungsrat dem Verkauf "ohne Wenn und Aber" zugestimmt. Die Investition betrachtet der Unternehmer als "Beitrag zur Stadtentwicklung", wie er im Mai im BT-Gespräch sagte. Sein Nutzungskonzept sieht neben Räumen für den IC die dauerhafte Unterbringung des Karpow-Schachzentrums vor, das schon seit einiger Zeit als Untermieter in der Lichtentaler Allee 8 sein Domizil hat. Die Gesellschaftsräume sollen ausgebaut und gemeinsam von Schachzentrum und IC genutzt werden; ein Gastronomie-Betrieb (entweder im Keller oder in einem Neubau im Hof) ist im Gespräch, zudem ein kleines Museum (als Teil der "
Museumsmeile" in der Allee, etwa mit Werken des 19. Jahrhunderts) und weitere Büros sowie eine Wohnnutzung in geringem Umfang. Der ebenerdige Bereich soll laut Grenke öffentlich zugänglich sein. Alles in allem schwebt dem Unternehmer eine "leicht belebte Nutzung des gesamten Areals" vor. Die Bausubstanz sei "nicht schlecht", so Grenke, es müsse aber nachgebessert werden. Die derzeit vorliegende Kostenschätzung von rund 20 Millionen Euro für das Projekt mitsamt Sanierung und Neubauten im Hof geht nach Angaben des künftigen Eigentümers von "Maximalzahlen" aus. Derzeit seien Voruntersuchungen im Gang, frühestens in einem Jahr könne mit Baumaßnahmen begonnen werden.Nach Angaben von Christiane Duus und Egon Martin (Planungsbüro MD, Weingarten), die Grenke als Berater engagiert hat, ist schon jetzt klar, dass es sich zumindest teilweise um ein Werk des berühmten Karlsruher Architekten Friedrich Weinbrenner handelt. 1818 wurde der erste Bauabschnitt begonnen. Auch vor diesem Hintergrund solle sehr sensibel mit der Bausubstanz umgegangen werden, so Duus.

"Glücklich", dass in Grenke der "Wunschpartner" des Clubs den Zuschlag bekommen hat, zeigte sich Prinz Bernhard. Und Club-Generalsekretär Frank Joyeux hob die "ideale Kombination" der Internationalität des Schachsports und des IC hervor. OB Sigrun Lang ließ in Abwesenheit ausrichten, sie sei froh, dass der Sitz des Clubs in Baden-Baden gesichert sei.




 


 

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