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Mit der feierlichen Amtseinsetzung von Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner im voll besetzten Weinbrennersaal hat Baden-Baden gestern Abend ein neues Kapitel Stadtgeschichte aufgeschlagen. Nach Vereidigung und Verpflichtung durch den Alterspräsidenten des Gemeinderats, Bruno Seiter, nahm Gerstner Amtskette und Glückwünsche in Empfang. Zu seinen Gästen zählten neben seinen Vorgängern Walter Carlein, Ulrich Wendt und Sigrun Lang auch Umweltministerin Tanja Gönner, Regierungspräsident Rudolf Kühner und der OB von Jalta, Sergej Brajko. In seiner Ansprache legte Gerstners Stellvertreter Klaus Michael Rückert ein Bekenntnis zur „loyalen Zusammenarbeit“ mit dem Stadtoberhaupt ab. Es gelte, dem Wählerwillen gemäß für die Bürgerschaft an einem Strang zu ziehen, sagte Rückert, nachdem er Gerstner noch einmal zu dessen Wahl gratuliert hatte. Als Oberbürgermeister von Baden-Baden brauche der neue Rathauschef die Qualitäten eines „Langstrecken-Hindernisläufers mit langem Atem“, sagte Rückert, der gegen Gerstner bei der OB-Wahl deutlich unterlegen war. Der Erste Beigeordnete würdigte Gerstner als erfolgreichen und erprobten Bürgermeister von Sigmaringen. Gemeinsam brauche man Weisheit, Geduld und Mut „und die Kraft, Konflikte auszuhalten ohne nachtragend zu sein“, so Rückert in seiner Ansprache. Er wünschte dem Oberbürgermeister auch „Kraft, mit der Macht umzugehen ohne hart zu werden.“ Regierungspräsident Kühner rief die angespannte finanzielle Situation der Bäderstadt in Erinnerung. „Gleichwohl ist Baden-Baden eine tolle Stadt und Oberbürgermeister hier ein tolles Amt“, so Kühner. Die Bürger der Stadt setzten großes Vertrauen in Gerstner „und haben hohe Erwartungen an ihre Arbeit“, sagte der Regierungspräsident. Auch Umweltministerin Gönner und Sergej Brajko, der OB von Jalta, wünschten Gerstner viel Erfolg bei den künftigen Herausforderungen. Freude und Dankbarkeit bekundete der neue Oberbürgermeister, jetzt mit der Arbeit beginnen zu können. Badische Neueste Nachrichten, 13.6.2006 ![]() Wolfgang Gerstner hat gestern Abend vor mehreren hundert Gästen im feierlichen Rahmen im Weinbrennersaal des Kurhauses den Amtseid geleistet. Der neue Oberbürgermeister kündigte als Motto für die kommenden Jahre an: "Wer etwas will, sucht Wege, wer etwas nicht will, Gründe." Er setze auf "kleine Schritte" statt auf "große Sprünge". Gerstner ist von Bruno Seiter (CDU), dem ältesten Mitglied des Gemeinderats, in einer öffentlichen Sondersitzung vereidigt und verpflichtet worden. Gerstner, der am 12. März mit 63,3 Prozent gewählt worden war, tritt die Nachfolge von Sigrun Lang an. Seine Amtszeit dauert acht Jahre. "Ich stehe mit Respekt, Erwartungen und Neugier vor Ihnen", sagte Gerstner in einer kurzen Ansprache. Er danke für den Vertrauensvorschuss und die Gewissheit, von Menschen getragen zu werden. Davon lebe das OB-Amt. Er wünsche sich, dass die Bürger ihre "Erwartungen am Machbaren orientieren" und betonte: "Sie dürfen keine Wunder erwarten." Er baue auf das bürgerschaftliche Engagement. Für seine künftige Arbeit kündigte er an: "Ich werde nie aufgeben, nach dem Besten zu suchen." Dabei setze er auf das Miteinander - sowohl der Mitarbeiter der Verwaltung als auch der Bürger. Er appellierte daran, "an einem Strick zu ziehen". Die Probleme in der Stadt seien bekannt. Für die Lösungen gelte es, Mehrheiten zu finden. Gerstner nannte unter anderem die Musikschule, Bäderwiese, Innenstadt sowie die Finanzbeziehungen zwischen Stadt und Land. Unter dem spontanen Beifall der Gäste betonte Gerstner: "Baden-Baden mag zwar im Herzen des Landkreises Rastatt liegen." Doch nicht "um den Preis der Aufgabe der Kreisfreiheit". Gerstner dankte ausdrücklich seinem ehemaligen OB-Konkurrenten Klaus Michael Rückert, der die feierliche Amtseinführung mit einer Ansprache eröffnet hatte: "Das war sicher nicht einfach. Aber wie Sie es gemacht haben, das spricht für Ihre Größe und die Zukunft der gemeinsamen Arbeit", sagte er an die Adresse von Bürgermeister Rückert. Dafür erhielt Gerstner viel Beifall - genauso wie zuvor Rückert, der eingangs seiner Rede Gerstner "nochmals ganz herzlich" beglückwünscht hatte. "Loyalität soll uns verbinden zum Wohl unserer Stadt", sagte Rückert. Es gelte, den Mitmenschen mit Kraft und Engagement zu dienen. Er wünschte Gerstner eine "glückliche Hand und Gottes reichen Segen". Angesichts von "wenig finanziellen Ressourcen" warte auf Gerstner eine "Herkulesaufgabe". Der Zeremonie wohnten viele Ehrengäste bei - darunter die Bürgermeister der Nachbarstädte genauso wie Landrat Jürgen Bäuerle. Ein Grußwort sprach Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner (CDU), weil es ihr "ein persönliches Anliegen" sei, die "langjährige Heimat" Gerstners zu vertreten. Gönner vertritt den Wahlkreis Sigmaringen. "Wenn er etwas für richtig hält, ist es kaum möglich, ihn davon abzubringen", zeichnete Gönner ein entschlossenes Bild von Gerstner. Dabei habe er jedoch immer einen "feinen Sinn für das Machbare" und eine gewinnende Art, auf Menschen zuzugehen. Gerstner werde die Herausforderung "sicher meistern". Sie betonte: "Die Sigmaringer geben ihn ungern her." Auch Regierungspräsident Rudolf Kühner lobte Gerstner: "Baden-Baden gewinnt einen engagierten OB und darf sich glücklich schätzen." Der Oberbürgermeister der Partnerstadt Jalta, Sergej Brajko, sprach von "zwei Bedingungen" für das Amt des Oberbürgermeisters: "Man muss seine Stadt lieben und die Liebe von den Bürgern bekommen." Die Feier wurde umrahmt vom Blechbläserquintett der Baden-Badener Philharmonie und der Trachtengruppe Alt Baden-Badener Bürger. Badisches Tagblatt, 13.6.2006 Zurück zu den News Zurück zum Archiv Abbildung © Wolfgang Gerstner |
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