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Haus macht "keine Freude".

Ganz schön viel Geld futsch

Bezahlt hat die städtische Baugesellschaft GSE vor knapp sieben Jahren 640000 Mark. Auf nur noch 410000 Mark belief sich der Verkehrswert im vergangenen Jahr - jetzt soll das Gebäude abgerissen werden. Das kostet auch nochmal 74000 Euro. Also eine ziemlich schlechte Bilanz einer Immobilientransaktion.

Wie es dazu kam? Nun, die GSE hat das Gebäude mit drei Wohnungen von zusammen 224 Quadratmeter in der Stephanienstraße 31 a im Jahr 1995 aus mehreren Gründen erworben. Alle Gründe indes sind mittlerweile von der Zeit überholt worden. Erstens braucht es keinen "Ersatzwohnraum" mehr für die Bewohner des Hamilton-Areals, die ehedem wegen der Sanierung hatten weichen müssen. Zweitens hat sich auch die Absicht erledigt, das Gebäude als Tauschobjekt für Verhandlungen mit anderen Grundstückseigentümern vorzuhalten. Ja, und ad acta gelegt sind schließlich die Pläne für eine Parkgarage auf dem angrenzenden Grundstück - dafür hätte das Gebäude laut Verwaltungsvorlage nämlich "von Bedeutung sein können". Wie erwähnt: hätte können sein.

Aber weil aus "hätte können sein" nichts geworden ist, versuchte die GSE das Gebäude wieder zu verkaufen. Und zwar zweimal per Anzeige wenigstens zum "Mindestgebotspreis" von 470000 Mark. Aber selbst beim dritten Mal - ohne Mindestgebot - wollte die Hütte offenbar niemand haben.

Schließlich untersuchte die GSE, ob sich das Gebäude wohl modernisieren lässt. Doch das würde laut Verwaltungsvorlage mehr als 70 Prozent eines vergleichbaren Neubaus kosten. Zudem - echtes Problem: Die Wohnungen sind nur per pedes über die Hardtstaffeln zu erreichen. Und so hat der Aufsichtsrat der GSE sich schließlich für den Abbruch ausgesprochen.

Das aber - wen wundert es noch - ist auch nicht einfach. Erstens gibt es eben keine direkte Zufahrt, weshalb vom Markgraf-Ludwig-Gymnasium eine Rampe aufgeschüttet werden muss. Zweitens geschieht dies deshalb in den Weihnachtsferien. Und drittens müssen die Fassaden der Häuser auf den Nachbargrundstücken wieder hergestellt werden.

Ja, und deshalb ist man selbst in der GSE heute der Meinung, dass

a) "das Haus nicht viel Freude macht" und

b) man "es heute sicher nicht wieder tun würde".

Womit gemeint ist, dass man es kein zweites Mal kaufen würde - wenn man denn gewusst hätte...

Tja, das kann man verstehen. Wo doch jetzt ganz schön viel Geld futsch ist. Einfach so. Innerhalb von wenigen Jahren.

BT 9.10.2002


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