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Baden-Baden
Erinnerungswürdig

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Die Freien Wähler Baden-Badens und die Legitimität

"Es ist doch legitim, dass ein Geschäftsmann dort Geschäfte machen will." zitieren die Badischen Neuesten Nachrichten vom 20. Juli 2004 den Gemeinderat Heinz Gehri von den Freien Wählern zur Entscheidung des Gremiums, das Fachmarktzentrum auf dem Gelände der ehemaligen französischen Kaserne in stark veränderter Form entstehen zu lassen.

Besagter Heinz Gehri, selbständiger Schreinermeister, zeichnete für die Broschüre zur Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 im Sinne des Presserechts verantwortlich (VSdP). In dieser Broschüre war's mit der Legitimität nicht so sehr weit her, weswegen er am 6. Juni 2004 elektronische Post erhielt:

zur Weiterleitung an Herrn Heinz Gehri
Wahlbroschüre 2004

Sehr geehrter Herr Gehri,

mit Befremden und Verärgerung habe ich zur Kenntnis genommen, dass Sie sowohl in der Wahlbroschüre der Freien Wähler zur Kommunalwahl am 13. Juni 2004, Seite 16, als auch auf der Webseite ein Foto platziert haben, das von mir aufgenommen worden ist.

Ich kann mich nicht erinnern, hierzu die Erlaubnis erteilt zu haben. Im Gegenteil, ich habe vor etlichen Tagen während einer telefonischen Anfrage nach Bildmaterial auf das städtische Presseamt verwiesen.

Das von Ihnen veröffentlichte Foto ist identisch mit dem im ultimativen Stadtführer Baden-Baden im Internet präsentierten Bild des Schlosses der Ebersteiner Grafen.

Rückschlüsse zur Namensgebung "Freie Wähler" stellen sich infolge eines solchen Verhaltens ein: Freie Wähler = frei im unerlaubten Nutzen des Hab' und Guts anderer Menschen. Ein "attraktives Wahlargument" kann hierdurch keinesfalls ausgemacht werden.

Den ohnehin zu einem recht schlammig sich entwickelt habenden derzeitigen Kommunalwahlkampf könnte eine Veröffentlichung Ihres illegalen Verhaltens eine weitere "Dekoration" verleihen.

Zudem ist die Einleitung rechtlicher Schritte mit etwaigen Schadensersatzansprüchen wegen Verletzung des Urheberrechts durchaus erwägenswert. Eine umgehende Stellungnahme Ihrerseits empfiehlt sich.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Peter
Baden-Baden im Internet
www.bad-bad.de


Geantwortet wurde zwei Tage später von Jan Gerken, in der Wahlbroschüre unter "Redaktion" geführt und für die Freien Wähler in Varnhalt mit der Berufsangabe Geschäftsführer kandidierend. Dieser entschuldigte sich per Fax "persönlich" für "diese Verfehlung" signalisierte "volles Verständnis" und endete: "Erlauben Sie uns bitte, nach der Aufregung für ein wenig Entspannung zu sorgen. Anbei dürfen wir Sie und Ihre Begleitung zu einem vierstündigen Bad in der Caracalla Therme einladen." Die Karten für den Carcalla-Besuch kamen am 11. Juni mit der Briefpost und wurden zurückgeschickt mit dem Bemerken, angebracht erscheine, einen Betrag der freien Wahl gemeinnützigen Zwecken zuzuführen und: "Einem Nachweis der geleisteten Zahlung sehe ich mit Interesse entgegen."

Die Kommunalwahlen waren vorbei, ein Nachweis war bis zum 9. Juli noch nicht erbracht, weswegen ergebnislos gemahnt wurde. Auch am 15. Juli. Dieser Mahnung folgte am 17. Juli 2004 folgende Reaktion:

Hallo Herr Peter,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Eine Mitarbeiterin beantwortet derzeit Ihr Schreiben. Sollten Sie bis Ende der nächsten Woche keine Antwort haben, melden Sie sich bitte noch einmal bei mir. Vielen Dank.

Freundliche Grüße,
Jan Gerken


Tja - und so darf gerätselt werden, wie's die Freien Wähler tatsächlich mit der Legitimität halten…

Das Vorfall bezogene Rätseln währte bis zum 29. Juli 2004. In einem Fax wurde von Jan Gerken mitgeteilt:

Sehr geehrter Herr Peter,

soeben haben wir von dem Artikel auf Ihrer Website (
http://www.bad-bad.de/archiv/freie_waehler.htm) bezüglich des Bildes "Ebersteinburg" Kenntnis bekommen.

Zunächst einmal herzlichen Dank, dass Sie unsere Entschuldigung vom 8. Juni 2004 angenommen haben. Insoweit sie auf ausgesprochen altruistische Weise auf ein Bad zu Zweit in der Caracalla Therme zugunsten einer von Ihnen vorgeschlagenen Spende für ein wohltätiges Projekt in Baden-Baden verzichten wollen, entsprechen wir gerne dieser sympathischen Geste.

Wir haben daher den Preis für die Eintrittskarten von 32 Euro an die Bürgerstiftung Baden-Baden als Spende zukommen lassen. Eine Kopie des auf 50 Euro aufgerundeten Schecks finden Sie anbei.

In diesem Zusammenhang verweisen wir noch einmal auf unser Schreiben vom 8. Juni 2004, insoweit dgi Kommunikation GmbH die Verantwortung für den Fehler beim Satz der Wahlbroschüre unverzüglich übernommen hat. Da dies nichts mit der Integrität der Freien Wähler Kreisverband Baden-Baden e.V. zu tun hat, löschen Sie bitte heute den oben bezeichneten Artikel nebst Link. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
dgi Kommunikation GmbH
Jan Gerken


Damit ist der gesamte Vorgang zwar nicht mehr aktuell, aber erinnerungswürdig.


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