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15. September bis 21. Oktober 2007

Fotosynthesen
Gedanken zu Malerei, Fotografie und Skulptur
Arbeiten von Johannes Hartmann
und Chantal Michel

Was verbindet eine Künstlerin, die sich in ihren Fotografien und Performances immer wieder selbst in Szene setzt, aber nie ihre Persönlichkeit preisgibt und einen Bildhauer, der Meisterwerke von Lorenzo Bernini, Maurizio Cattelan oder dem amerikanischen Fotografen Jeff Wall im Maßstab 1:1 nachbaut und dabei vollkommene Authentizität erreicht?

Die Schweizerin Chantal Michel (geb. 1968, lebt und arbeitet in Thun) schlüpfte in ihrer Serie „Die letzten Zeugen“ (2005) in die Rolle des verstorbenen Malers Coghuf und bezog Quartier in seinem verlassenen Atelier. Coghuf (* 28. Oktober 1905 in Basel; † 13. Februar 1976 in Muriaux, eigentlich Ernst Stocker, war ein schweizerischer Maler, Zeichner und Bildhauer.) Was sie fotografisch zutage förderte, liest sich wie ein Bildroman. Gespenstische Szenen eines realen Lebens verschmelzen mit mutmaßlichen Rekonstruktionen und leibhaftig nachgestellten Portraits. Coghuf, die Person, sein Leben, seine Kunst, sein Atelier werden von der Künstlerin reanimiert und zugleich zur Interpretationsvorlage für ihre eigene Kunst und Selbstinszenierung. Vorbild und Abbild, Modell und Künstler, männlich, weiblich, Raum, Fläche, Vergangenheit und Gegenwart, Realität und Fiktion, das Medium Fotografie macht sie ununterscheidbar, verleiht ihnen eine multiple Identität.

Johannes Hartmann, 1977 geboren in Unterpfaffenhofen, lebt und arbeitet in Karlsruhe, setzt sich mit international bekannten Größen der Kunstgeschichte auseinander und baut ihre Skulpturen, Fotoarbeiten, Gemälde in fremden Materialien maßstabsgetreu nach. Aus Peter Paul Rubens „trunkenem Silen“ wird ein monumentales Tonrelief, Duchamps „Akt“ steigt in Wachs eine Treppe hinab und die „Putten des Münsters Zwiefalten“ schmelzen in Butter dahin. Denn, Hartmanns Nachbildungen sind nicht für die Ewigkeit gemacht. Das verwendete Material hat die Eigenschaft, sich zu verändern. Es zerfließt, trocknet, reißt, bröckelt mit der Zeit. Was aufwendig, teilweise über Wochen, erarbeitet wurde, bleibt sich, wenn es öffentlich gezeigt wird, selbst überlassen und dem Prozess der Verwandlung, den der Betrachter mitverfolgen kann. In Baden-Baden wird Johannes Hartmann mit einer Neuinterpretation von Werken des amerikanischen Fotografen Jeff Wall, Skulptur und Fotografie in Dialog bringen.

Johannes Hartmann und Chantal Michel haben beide unter anderem bei Prof. Harald Klingelhöller an der Staatlichen Hochschule für Bildende Kunst in Karlsruhe studiert. Es verbindet sie, neben formalem Kalkül und einem intensiven Interesse für Raum und Zeit, das Spiel mit Aneignung und Transformation und die sich daraus entwickelnden Synthesen, die werkübergreifend im Mittelpunkt der Baden-Badener Ausstellung stehen werden. (PR)

Ausstellung "Fotosynthesen“
15. September bis 21. Oktober 2007
Eröffnung:
Freitag, 14. September 2007, 19 Uhr
Es sprechen:
Sandra Becker und Jessica Beebone
Künstlergespräche zur Finissage:
Sonntag 21.10.2007, um 11 Uhr



Altes Dampfbad Baden-Baden

Gesellschaft der Freunde
junger Kunst e.V.
Baden-Baden
Altes Dampfbad
Marktplatz 13
76530 Baden-Baden
www.gfjk.de


Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 15.00 bis 18.00 Uhr
Samstag und Sonntag, 11.00 bis 17.00 Uhr
Eintritt frei


 

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