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Dauerbrenner mit Sahne Wenn "Die Fallers", die Langlaufserie des Südwestrundfunks Baden-Baden, am morgigen Sonntag um 19.15 Uhr ihre 300. Folge feiert, könnte die Schwarzwaldfamilie eigentlich den Jubiläumskuchen mit Schlagsahne aus eigenem Glas krönen. Bereits seit einiger Zeit gibt es Biomilch, Joghurt und eben auch Sahne mit dem Gockel-Logo von dem fiktiven Bauernhof - nur ein Zeichen für die Beliebtheit der Serie, die im September 1994 an den Start ging. Anfangs wurde das Projekt eher belächelt: Der Serienmarkt schien ausgereizt, und die eher betuliche Gangart der Ereignisse schien allen Bildschirmtrends zu widersprechen. Aber vielleicht machte gerade das "Die Fallers" von Anfang an attraktiv für ihr Publikum. Wer von amerikanischen Arztserien, chronischer Krimipräsenz und sensationsheischenden Daily Soaps die Nase voll hatte, konnte es sich bei Hermann, Johanna, Karl & Co. von Anfang an gemütlich machen. Und über die Zielgruppe erfährt man einiges, wenn der Sender sich freudig an den Marktanteilrekord von 30 Prozent einer Folge erinnert - verzeichnet wurde dies am Muttertag 2001 mit einem Gastauftritt von Tony Marshall. Aber auch "Miss Tagesschau" Dagmar Berghoff, Spaßversteher Cherno Jobatey und die ,,Lindenstraßen-Stars Marie-Luise Marjan und Annemarie Wendl machten sozusagen schon "Urlaub auf dem Bauernhof". Wie jeder andere Sender setzt der SWR eben auf Synergieeffekte. Sogar der Fernsehbetrieb an der Oos selbst ließ sich schon dramaturgisch geschickt ins Bild rücken: Serien-Nesthäkchen Eva Schönfeldt will unbedingt Kamerafrau werden. Und wo absolviert eine junge Schwarzwälderin in Heimatnähe ein entsprechendes Praktikum? Eben. In den siebeneinhalb Jahren seit dem Sendestart ist das Geschichtengeflecht stetig angewachsen. Zum festen Ensemble gehören nicht weniger als 30 Darsteller, deren Rollen allesamt organisch in die Serie verflochten sind. "Die Sorge, dass irgendwann der Stoff für Geschichten ausgehen könnte, stellte sich als buchstäblich folgenreicher Irrtum heraus", kommentiert Serienproduzent Thomas Martin die Tatsache, dass es durch all die Verästelungen und Verstrickungen zunehmend schwieriger wird, die Fülle des Geschehens zu bündeln und immer wieder portionsgerecht zu halbstündigen Episoden zusammenzufassen. Zumal es ja längst nicht mehr nur um "klassisches" Landleben auf dem Bauernhof und in der Sägemühle der Familie geht: Familienoberhaupt Hermann Faller (Wolfgang Hepp) ist seit einiger Zeit Bürgermeister und kriegt dank seiner Dickköpfigkeit alle Widrigkeiten der Kommunalpolitik aufs Brot geschmiert. Bernhard Faller, der einstige ewige Student, wohnt zwar im Leibgedinghaus gegenüber dem Fallerhof, ist aber nicht Tierarzt wie seine Verflossene Monique, sondern Teilhaber eines gentechnischen Labors, was die Serie am Puls der Zeit bleiben lässt. Für Nähe zum Publikum sorgen nicht zuletzt Auftritte außerhalb des Serienalltags (etwa Gartentipps mit Ursula Cantieni in SWR4 oder Peter Schells Bühnenauftritte im Karlsruher Sandkorn-Theater) und zahlreiche "Fan-Artikel": Der Karlsruher Verlag G. Braun hat mittlerweile drei Bücher mit Schwarzwaldrezepten und diverse Schwarzwaldbände im Rahmen der Serie veröffentlicht. Der neueste Streich ist der Roman "Die Fallers" aus der Feder des Ettlinger Autors Roland Lang, in dem die ersten 70 Folgen nacherzählt werden: Beginnend mit der Geburt des kleinen Albert über Höhen und Tiefen eines bäuerlichen Lebens zwischen Milchquote und Waldsterben bis zur endgültigen Trennung von Alberts Eltern Bernhard und Monique bietet das Buch eine Gelegenheit für "Späteinsteiger"' ihre Serienhelden von Anfang an kennen zu lernen. © BNN, 13.1.2002 Mehr über die Fallers finden Sie hier... Zurück zum Archiv |
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