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Franz Alt: Eine Welt ohne Atomwaffen

(Baden-Baden, 10.4.2009) In dieser Woche diskutierte die ganze Welt Obamas Vorschläge für einen atomwaffenfreien Planeten - nur die übrigen Atomwaffen-Besitzer schwiegen. Dieses beredte Schweigen macht deutlich wie schwierig es Obama haben wird, seine Vision einer neuen Welt zu realisieren.

Mit seiner Formel von einer "atomwaffenfreien Welt“ hat der US-Präsident nicht weniger vorgeschlagen als eine neue Grundlage der internationalen Beziehungen. Damit wird erstmals auf höchster politischer Ebene ein politisches Programm entworfen, das die Basis einer vernünftigeren Weltordnung sein könnte als die Androhung der gegenseitigen Vernichtung. Obamas Vision beschreibt die mögliche Überwindung der generationenlangen Angst vor der atomaren Apokalypse. Solange es Atombomben gibt, besteht die Gefahr eines Atomkriegs.

Die Atommächte haben noch immer so viele Atomwaffen, dass damit alle Menschen dieser Erde etwa 50mal getötet werden können. Und dazu soll "Homo Sapiens“ keine Alternative einfallen? Die Internationale Atomenergieagentur in Wien befürchtet, dass die Menschheit noch nie so nah am atomaren Abgrund stand wie heute in den Zeiten des Terrorismus.

Der US-Präsident hat angekündigt, dass die Bedenkenträger zur Seite treten müssen. Er lässt keinen Zweifel daran, dass er es ernst meint mit seinen Vorschlägen. Der Mann demonstriert einen so starken Führungswillen, dass ihm Erfolg zuzutrauen ist. Führungsstärke hat Barack Obama in seinen ersten 10 Wochen als Präsident hinreichend bewiesen. Er hat schon jetzt die Welt verändert und wird sich Gandhis Motto zu eigen machen müssen: "Der Weg ist das Ziel“. Es wird ein langer Weg werden.

Sein erster Schritt war bereits das Eingeständnis, dass die USA die ersten Atomwaffen 1945 eingesetzt haben und schon deshalb Vorleistungen erbringen müssen. Ein zweiter wichtiger Schritt wäre jetzt eine Entschuldigung für Hiroshima und Nagasaki. Dort starben durch die US-Atombomben über 400000 Menschen. Noch heute erliegen jedes Jahr 3000 Südjapaner der nuklearen Verstrahlung.

Fest steht, dass die Abschaffung aller Atomwaffen schwierig werden wird. Aber noch viel schwieriger für die Menschheit wäre es, die Atombomben nicht abzuschaffen. Denn aus den heute acht Atommächten könnten in 25 Jahren vielleicht schon 30 geworden sein – unter ihnen auch Schurkenstaaten. Dann Gnade uns Gott.

Jeder Mensch, dem das Überleben der Menschheit am Herzen liegt, sollte Präsident Obama in seinem Kampf um die atomwaffenfreie Welt unterstützen. Einen wichtigeren Oster-Auftrag gibt es nicht.

©
Franz Alt 2009

Barack Obama in Baden-Baden

 



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