|
Die Kurstadt-FDP im Clinch mit OB
Gerstner wegen Internetadresse
Die Baden-Badener Liberalen
präsentieren sich im Internet im Doppelpack:
Unter der Adresse www.fdp-baden-baden.de und als "Zweitwohnung" unter
www.die-baden-baden-patei.de. Letztere Internetadresse ist der
Grünen-Fraktion im Gemeinderat ein Dorn im
Auge. Wir meinen zurecht, denn der Begriff "Die
Baden-Baden Partei" stellt ein
"Alleinstellungsmerkmal" dar. Werbetreibende
verstehen darunter ein Leistungsmerkmal, mit dem
sich ein Angebot deutlich vom Wettbewerb abhebt. Ob
sich das Angebot der Kurstadt-Liberalen nun
"deutlich" von dem der Mitbewerber abhebt, werden
die Wählerinnen und Wähler beurteilen,
wenn die nächste Wahl ansteht.
Auch der Baden-Badener OB Wolfgang Gerstner (CDU)
ist verärgert über die umstrittene
Zweitadresse der Baden-Baden FDP. Laut
Pressemitteilungen vertritt er gar die Meinung,
dass alle Internetadressen-Inhaber, die den Zusatz
"Baden-Baden" in Ihrer Adresse haben, die Stadt um
Erlaubnis fragen müssen. Und dies sind nicht
wenige. Google listet rund 38000 Adressen auf, die mit dem Zusatz
"Baden-Baden" versehen sind. Ob diese nun alle eine
höchstpersönliche Abmahnung vom OB
erhalten werden? Darunter sind auch solche
Baden-Badener Einrichtungen wie das Finanzamt, die
Caritas, das Amtsgericht oder die Stadtkirche.
Unser Tipp für die Baden-Badener
Rathaus-Kreativstrategen: Erfinden Sie eine neue
Abgabe und verlangen Sie jährlich 1000 Euro
von allen Internet-Anbietern, die sich mit dem
schönen Namen "Baden-Baden" in ihrer Adresse
schmücken. Der Erlös würde dann die
gefloppte Fremdenverkehrsabgabe um ein vielfaches
übertreffen.
Pikant: Auch Gerstners Partei präsentiert sich
im Internet mit dem Zusatz als "die" Baden-Württemberg
Partei.
Obwohl jedermann weiß, dass die
Parteienlandschaft im Musterländle nicht nur
aus der CDU besteht.
Noch pikanter: Als unser OB Gerstner noch nicht
unser OB war, wickelte er seinen "Wahlkampf" im
Jahr 2006 "ungefragt" unter der Internetadresse
"www.baden-baden-gewinnt.de" ab. Diese Adresse wird von ihm
jetzt anscheinend nicht mehr benötigt, sie hat
seinen Besitzer gewechselt und gehört nun
einer Firma, die in der Schweiz angesiedelt ist.
Das war vielleicht ein Fehler von Gerstner, die
prägnante Adresse "www.baden-baden-gewinnt.de"
aufzugeben. Wenn sein Mandat ausgelaufen ist, steht
er nun "adressenlos" dar, sollte er sich um das Amt
des OB wieder bewerben wollen. Doch wie man ihn
kennt, wird er sich vielleicht dann unter dieser
Adresse präsentieren:
www.einmal-ob-gerstner-zweimal-ob-gerstner.de
Auch 2001 gab es schon einmal einen Streit wegen
einer Internetadresse mit Baden-Baden Bezug.
Weiter
>
Wolfgang Peter, Baden-Baden
Wie am 17.12.2009 bekannt wurde hat das
Regierungspräsidium Karlsruhe der
kurstädtischen FDP verboten, sich weiterhin
als "die Baden-Baden Partei" zu bezeichnen. Die
Liberalen sind inzwischen nicht mehr unter der
umstrittenen Internetadresse
"www.die-baden-baden-patei.de" zu erreichen.
|