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Dem Bund Kasernen und 750 Wohnungen abgekauft Neuer Stadtteil für Baden-Baden Baden-Baden hat vom Bund einen Stadtteil gekauft: Die 43 Hektar große Cité. Sie war Kasernen- und Wohnbereich der französischen Streitkräfte. Zurzeit ist sie eine unbewohnte Geisterstadt. Bis Juli 1999 war Baden-Baden Standort des Oberkommandierenden der französischen Streitkräfte in Deutschland. Mehr als 8000 Militärangehörige und Zivilisten lebten in einem eigens gebauten französischen Stadtteil, der so genannten Cité. Das Wohn- und Kasernengebiet liegt am Stadteingang direkt an der Bundesstraße 500. Nach dem Abzug der Franzosen ging es in den Besitz der Bundesrepublik über. 987 Wohnungen, die Kasernen und zwei denkmalgeschützte Hotels sowie eine Grundschule stehen seither leer. In der Geisterstadt patrouillieren Sicherheitskräfte zum Schutz der Gebäude. Für 56,1 Millionen Mark hat die Stadt jetzt 750 Wohnungen und die Kasernenanlagen gekauft. 94 Millionen Mark sollte alles kosten. Dies war der Stadt zu teuer. Erst nach langwierigen Verhandlungen stimmte der Bund einem Teilverkauf zu, um Baden-Badens städtebauliche Entwicklung zu fördern. In Abstimmung mit der Stadt sucht der Bund jetzt für seine ihm verbliebenen Immobilien (Wohnungen, die Hotels und die Schule im Wert von 22 Millionen Mark) Käufer. Offeriert werden zudem zehn Generalsvillen außerhalb des Cité-Bereichs. Zuständig für die Realisierung des neuen Baden-Badener Stadtteils ist eine kommunale Entwicklungsgesellschaft, an der die Karlsruher Volkswohnung GmbH beteiligt ist. Vom Kaufpreis muss die Stadt deshalb nur 9,8 Millionen Mark selbst aufbringen. Der größte Teil der zwischen 1952 und 1954 für die Franzosen gebauten Wohnungen ist stark sanierungsbedürftig. Die meisten Wohnblocks sollen deshalb abgerissen werden. Nach Angaben des Baden-Badener Pressesprechers Roland Seiter sollen im Lauf der nächsten Jahre in der Cité mindestens 1000 preiswerte neue Wohnungen für junge Familien "in unmittelbarer Nähe der exklusiven Innenstadt von Baden-Baden" entstehen. Geschaffen werden auch Arbeitsplätze. In einer neugegründeten europäischen Medien- und Eventakademie auf dem Kasernenareal werden bereits die ersten Bühnenbildner, Beleuchter und Requisiteure und Eventmanager ausgebildet. © Südwest-Presse, Juni 2001 Zurück zum Archiv |
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