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31. Januar 2010
bis 14. März 2010
Annett Bienhaus:
Zwischen Baum und Borke
Annett Bienhaus
entführt uns in scheinbar märchenhafte
Idyllen und Bildwelten, die sich jedoch an der
Einfachheit Ihrer Motivwahl festhalten. So sehen
wir keine exotischen Phantasiegestalten, keine
Kuriositäten, sondern wir begegnen einer
Fledermaus, Vögeln und Pferden, in strenger,
naturalistischer Malweise dargestellt, die
Erinnerungen an Abbildungen aus naturkundlichen
Lehrbüchern weckt. Die Konzentration liegt in
der Präzision der Ausarbeitung. Sie erhalten
einen symbolträchtigen Charakter. Die Umgebung
und der Lebensraum der Tiere wird nur angedeutet,
ein Baum, ein Ast, aus Farbe gegossen, die sich bei
näherer Betrachtung ins Ungegenständliche
auflösen.
Gezielt setzt Annett Bienhaus nur wenige Motive auf
die Leinwand und konzentriert sich auf die
Bildkomposition. Die Tierdarstellungen erscheinen
um einen geringen Anteil größer als Ihre
realen Zeitgenossen und erwecken die Erinnerung an
Darstellungen oder Abbildungen aus naturkundlichen
Lehrbüchern. Oftmals schauen uns die Tiere
direkt an, ohne Scheu ziehen sie uns auf diese
Weise als Betrachter in den Bildraum hinein. Ein
altbekanntes und mehrfach angewendetes Mittel in
der Portraitmalerei und dennoch sehr
ungewöhnlich in dieser Konstellation, der
Betrachter Auge um Auge mit Pferden oder einer
Vielfalt von Vogelarten.
Darüber hinaus erwartet uns rohe, unbehandelte
Leinwand, Leerstellen, die nicht gefüllt
wurden. Auch die Materialität der Leinwand
scheint zur Inhaltlichkeit zu werden. Annett
Bienhaus bettet die Motive nicht in Ihre Umgebung
ein, sondern separiert sie wie kleine Inseln im
Bildraum. Eine Zuordnung zur Stilllebenmalerei
liegt nahe, jedoch lässt die Größe
des Formats an Landschaftsmalerei denken. Auch in
Ihren Collagen "nature ikebana series" erzeugt die
Künstlerin Spannung, indem sie scheinbare
Wiedererkennung und Erkenntnis suggeriert. Es sind
eindeutig Gattungsmerkmale erkennbar, eine genaue
Zuordnung ist allerdings nicht möglich. Annett
Bienhaus spielt mit bekannten
Bildgattungs-merkmalen der Malerei, verbindet sie
und reduziert diese auf ihre wesentlichen,
oberflächlichen Merkmale.
Das ambivalente Spiel mit dem Fragmentarischen
bildet einen mentalen Spielraum für den
Betrachter, indem sie bewusst nur die Methodik
ihrer Interessengebiete aufgreift. Die Brüche
und Kontraste der verschiedenen Bildebenen
ermöglichen uns einen Blick hinter die
Schönheit der Oberfläche, deren genaue
Bestimmung oder Bedeutung jedoch im Ungewissen
bleibt.
Annett Bienhaus wurde 1972 in Stuttgart geboren.
Sie studierte Malerei an den staatlichen Akademien
der bildenden Kunst in Stuttgart und in Karlsruhe
und schloss ihr Studium 2005 mit dem
Meisterschülertitel ab. Sie lebt und arbeitet
in Karlsruhe. (PR)
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 15 bis 18
Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage 11 bis 17 Uhr.
Der Eintritt ist frei.
Gesellschaft der Freunde junger Kunst
Altes Dampfbad
Marktplatz 13
76530 Baden-Baden
Tel/Fax 07221/26 261
www.gfjk.de
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