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Baden-Baden
Kultur

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Festspielhaus Baden-Baden

17. bis 20. Januar 2002
Sämtliche Beethoven-Sinfonien
London Philharmonic Orchestra
Dirigent: Christoph Eschenbach


Beethoven im 72-Stunden-Marathon

Christoph Eschenbach macht als Dirigent derzeit weltweit von sich reden. Gerade wurde er zum neuen Chef der Philharmoniker in Philadelphia gewählt, gleichzeitig leitet er als Musikalischer Direktor die Geschicke des Orchestre National de Paris sowie das NDR-Sinfonieorchester in Hamburg. Dass er eine Karriere als international renommierter Konzertpianist bereits zum Zenit geführt hat, wird dabei mittlerweile schon fast beiläufig erwähnt. Und dann diese Nachricht aus Baden-Baden: Vom 17. bis 20. Januar 2002 interpretiert Eschenbach sämtliche Sinfonien Ludwig van Beethovens innerhalb von nur vier Tagen mit dem London Philharmonic Orchestra. Dieses mehr als ungewöhnliche Konzertprojekt wird nach seiner Premiere in Baden-Baden nur noch in Athen und London zu erleben sein - sonst nirgends.

Christoph Eschenbach

Christoph Eschenbach

Sämtliche Beethoven-Sinfonien an drei Abenden und einem Sonntagmorgen: Wohl selten war es möglich, das zentrale Schaffen des deutschen Klassikers so komprimiert zu genießen. Wie ein Monolith stehen diese neun Werke im Zeitstrom der Musikgeschichte und treiben jedem Interpreten die Blässe der Ehrfurcht ins Gesicht. Gerade jener künstlerische Rundumschlag jedoch, mit dem Beethoven exemplarische Ausformungen der Gattung schuf, machen aus heutiger - nämlich historischer - Sicht eine Gesamtaufführung jener Werke so spannend.

Dass gerade das London Philharmonic Orchestra (LPO) sich dieser gewaltigen Aufgabe stellt, ist kein Zufall. Kurz vor seinem 70. Geburtstag blickt das Ensemble aus der britischen Hauptstadt auf zahlreiche ähnlich aufwändige Projekte und Pioniertaten zurück und setzt nun diese Tradition fort. 1956 war das LPO das erste britische Orchester, das eine Tournee durch die Sowjetunion unternahm, 1973 startete man als erstes westliches Orchester zu einer China-Tournee.

Nach dem furiosen Jahresbeginn 2002 wird das Orchester seiner weltweiten Tätigkeit treu bleiben und unter anderem unter der Leitung von Kurt Masur das neue Esplanade Theatre im Golf von Singapur mit einem Konzert eröffnen. Filmfans horchen bei diesem Orchester ebenfalls regelmäßig auf: Nach Hollywood-Klassikern wie "Lawrence von Arabien" spielte das LPO vor wenigen Wochen die Musik zur Verfilmung des Tolkien-Mehrteilers "Der Herr der Ringe" ein. In zahlreichen Veranstaltungen für Jugendliche und Erwachsene wirbt das LPO immer wieder für klassische und moderne Musik, ebnet Wege im Erlernen des Musikgenusses. Schon deshalb passt der "Beethoven-Marathon" im Festspielhaus Baden-Baden wie maßgeschneidert zu diesem Orchester der internationalen Spitzenklasse.

Die 9. Sinfonie am Vormittag des 20. Januars 2002 wird von renommierten Solisten interpretiert. Krassimira Stoyanova (Sopran), Caroline Masur (Mezzosopran), Stuart Neill (Tenor) und Hanno Müller-Brachmann (Bass) singen die "Ode an die Freude" gemeinsam mit dem WDR-Rundfunkchor Köln und dem Vokalensemble des SWR.


Beethoven in Baden-Baden

Das Jahr 2002 wird im Festspielhaus Baden-Baden einen Beethoven-Schwerpunkt haben. Zu Pfingsten produziert das Haus die Oper "Fidelio" und immer wieder werden im Laufe des Jahres zentrale Werke aus dem Schaffen des Komponisten aufgeführt. Der Beginn mit allen neun Sinfonien des Meisters bedeutet daher mehr als nur einen Auftakt.

Alle Beethoven-Sinfonien live und innerhalb von 72 Stunden zu erleben - dieser Herausforderung an Orchester und Zuhörer muss man sich als Musikliebhaber mindestens einmal im Leben gestellt haben.

Text und Foto: Festspielhaus Baden-Baden


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