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Baden-Baden
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Stuttgart und Baden-Baden buhlen um das goldene Reh. Nach vierjährigem Gastspiel in Berlin sucht Hubert Burda einen neuen Ort für die Veranstaltung.

Kommt das Bambi nach
Baden-Baden?

Wenn es um Medienspektakel von internationalem Rang geht, ist Baden-Baden dank Kögels Medienpreis eine der ersten Adressen in Baden-Württemberg. Doch auch Stuttgart hat sich um die Ausrichtung der Bambi-Verleihung 2003 beworben.

Seit mehr als 50 Jahren verleiht der Burda-Konzern mit Sitz in Offenburg und München jährlich die goldene Trophäe für herausragende Leistungen im Medienbereich. Auch Karlsruhe und Offenburg waren schon Ausrichter dieser Zeremonie. Stets wurde dieser Event zum Stelldichein der Stars. So auch im November 2002 in Berlin. 16 Bambis wurden vergeben, darunter an Michael Jackson, Schauspielerin Halle Berry und DFB-Teamchef Rudi Völler.

Wie immer wurde das Ereignis weltweit beachtet - Experten errechneten zwei Milliarden Medienkontakte in Zeitungen, Zeitschriften und im Fernsehen. Solch eine Beachtung würde auch unserer Kurstadt fürs Image gut tun.

Die Landesregierung in Stuttgart hat "ernsthaftes Interesse angezeigt" und schon Gespräche mit Burda geführt. Dort will man für die "gigantische Logistik" gerüstet sein, denn bis zu 1000 Gäste sollen zur Verleihung kommen und man benötigt nicht nur viele Hotelbetten, sondern auch eine große Halle, allein wegen der aufwendigen TV-Übertragung. Und man braucht Sponsoren, weil der Burda-Konzern die Kosten nicht alleine zahlen mag.

Bambi 2003

Hotelbetten und ein Festspielhaus mit genügendem Fassungsvermögen kann Baden-Baden bieten und auch einen Airport. Und mit Promis weiß man in der Kurstadt schon seit Jahrhunderten umzugehen. Baden-Baden wäre also durchaus eine ernst zu nehmende Alternative zur Landeshauptstadt.

Wer nun den Zuschlag erhält? "In den nächsten vier Wochen wird Herr Burda die Entscheidung treffen", so sein Sprecher: "Wir werden das jeweilige wirtschaftliche Konzept bewerten und uns die Standortvorteile ansehen."

Zumindest die Standortvorteile in unserer Kurstadt dürften Hubert Burda geläufig sein, denn sein Bruder Frieder hat Baden-Baden als Standort für sein 15 Millionen Euro teures
Museum ausgesucht, das gerade in der Lichtentaler Allee gebaut wird.


Mehr Infos:
www.bambi.de

20.1.2003



Baden-Baden "darf" sich 2004 wieder bewerben. Danach ist aber Stuttgart dran.

Bambi-Verleihung 2003 in Hamburg

Baden-Württemberg hat das Rennen um die Bambi-Verleihung verloren. Wie der Burda-Konzern am 26. 3. 2003 mitteilte, wird der größte deutsche Medienpreis am 27. November in Hamburg überreicht.

Nachdem Hubert Burda den Abzug des Spektakels aus Berlin angekündigt hatte, bemühte man sich im baden-württembergischen Staatsministerium fieberhaft, die prestigeträchtige Preisverleihung nach Stuttgart oder wenn es dann sein muss, nach Baden-Baden zu holen. Doch schnell wurde in Baden-Baden klar, dass die Landesregierung nach dem Motto "wir können alles..." der Landeshauptstadt Stuttgart den Vorzug eingeräumt hatte, was im Baden-Badener Festspielhaus (2500 Sitzplätze) nicht gerade auf großes Verständnis stieß, denn in Stuttgart fehlt es zur Zeit an freien Hallen, um solch eine Großveranstaltung mit 1000 geladenen Gästen unterzubringen. Ein "Schwabenstreich" oder gar plumpe "Selbstüberschätzung"? Wir wissen es nicht. Zuletzt war im Ministerium sogar überlegt worden, den Hangar von DaimlerChrysler auf dem Stuttgarter Flughafen anzumieten!

Ob jetzt das Hallenproblem der einzige Grund für den Burda-Konzern war, Hamburg den Vorzug zu geben? Verleger Hubert Burda begründete die Wahl so: "Hamburg ist ein bedeutender Medienstandort mit internationaler Ausstrahlungskraft und hat ein überzeugenderes Konzept für das größte gesellschaftliche Ereignis Deutschlands vorgelegt." Die Preisverleihung wird dort im Theater am Hafen stattfinden.

Während man sich in Stuttgart auch noch damit abfinden muss, dass Erzrivale Hamburg Favorit für die Olympischen Spiele 2012 ist und sich nun auch mit diesem gesellschaftlichen Ereignis brüsten kann, kündigte Burdas Sprecher an, dass die "Bambi-Verleihung" künftig jedes Jahr "woanders hinwandern soll".

Das baden-württembergische Staatsministerium lässt nicht locker und "konzentriert" sich nun auf die Bambi-Preisverleihung für das Jahr 2005 und 2006 für Stuttgart, denn dann würde das Land die Rehlein gerne in dem bis dahin fertig gestellten Neubau des Mercedes-Benz-Museums überreichen lassen.

Ein Sprecher des Staatsministeriums sagte in einer ersten Reaktion, man "habe alles unternommen, um kurzfristig die Veranstaltung hierher (nach Stuttgart) zu bekommen". Dies sei zwar nicht gelungen, man halte aber an der Bewerbung fest. Der Sprecher weiter: "2004 tritt Baden-Baden an, danach Stuttgart." Ob sich bis dahin ein neuer "Schwabenstreich" ankündigt, bleibt abzuwarten.

Man sollte sich vielleicht in Baden-Baden darauf besinnen, dass man ganz ohne Hilfe von staatlich beschäftigten "Bewerbungs-Experten" mit Hubert Burda verhandeln kann. Vielleicht klappt es dann mit der Bambi-Verleihung in Baden-Baden. Dann könnte das Jahr 2004 als "Burda-Jahr" in die Annalen der Kurstadt eingehen: Das
Museum Frieder Burda (Huberts Bruder) in der Lichtentaler Allee soll bis dahin fertiggestellt sein.

27. 3. 2003 (WP)


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