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Baden-Baden
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Traumhochzeit im Hause Baden

Prinz heiratet Bürgerliche

Feier auf Schloss Salem ohne Fernsehkameras und Fotografen

Am Samstag feiert Bernhard Prinz von Baden in Salem seine Vermählung mit der Hamburgerin Stephanie Kaul. 400 Gäste sind geladen. Fernsehteams und Fotografen müssen draußen bleiben: Ein Sicherheitsdienst soll das Schloss abriegeln.

Im Betsaal des Schlosses wird es am kommenden Samstag eng werden: 400 geladene Gäste können miterleben, wie sich Bernhard Prinz von Baden (30) und Stephanie Kaul (34) in Salem (Bodenseekreis) das Ja-Wort geben.

Im Gegensatz zum Haus Württemberg, das die Hochzeit des ältesten Sohnes Friedrich mit Marie Prinzessin zu Wied 1993 mit großer Offenheit beging, wünscht man im früheren Herrscherhaus Badens keine breite Öffentlichkeit. Bernhards Vater Max Markgraf von Baden, Chef des Hauses, nimmt es den Medien anscheinend immer noch übel, dass sie 1994 so breit über wirtschaftlichen Schwierigkeiten und die Versteigerung von Kunstgegenständen aus dem Besitz des Adelshauses in Baden-Baden berichtete.

"Der Markgraf würde am liebsten um Schloss Salem einen Graben ziehen", meint ein Insider. Angeblich hätte Prinz Bernhard gern eine offenere Feier gehabt, sein Vater soll sich aber quer gelegt haben: "Es steht bisher nicht fest, ob es ein offizielles Hochzeitsfoto zusammen mit dem Markgrafen geben wird".

Dass der zukünftige Markgraf eine Bürgerliche heiratet, ist dagegen kein Problem. Schon Bernhards ältere Schwester Marie-Luise ist mit einem Bürgerlichen vermählt.

Ein Interview des Prinzen Bernhard stiftete Verwirrung: Während man offiziell allen Pressevertretern mitteilte, dass ihre Anwesenheit am Samstag nicht erwünscht sei und das Haus am liebsten eine rein private Hochzeitsfeier haben wolle, sagte der Prinz der Zeitung: "Das Schloss ist offen für alle Interessierten, die einen Bezug zu unserer Familie haben, aber auch für Besucher von außerhalb".

Bernhards Herzensfrau Stephanie Kaul stammt aus Hamburg. Sie arbeitete in einer Werbeagentur. Aufregung gab es, als ein Klatschmagazin die Falschmeldung in die Welt setzte, Bernhards Auserwählte habe schon als Fotomodell für Damenunterwäsche gearbeitet. Ein Mitarbeiter der Braut hatte aus ihrer Firma "Set-Cards" gestohlen. Mit diesen Fotos versuchen die Agenturen, die jungen Frauen für Werbeaufnahmen zu vermitteln.

Nach der Veröffentlichung gab es strafrechtliche Ermittlungen gegen den Dieb. Außerdem verklagte das Haus Baden die Zeitschrift. Mit Erfolg. Das Blatt musste eine Gegendarstellung drucken und entschuldigte sich. Der Dieb der Fotos musste sein Honorar in Höhe von rund 5000 Mark ans Haus Baden zahlen. Die neue Prinzessin will das Geld einer mildtätigen Organisation schenken.

Zur Hochzeit am Samstag wird viel adlige Prominenz erwartet. Mitglieder des rumänischen, griechischen und jordanischen Königshauses sind unter den Gästen. Auch Vertreter der Häuser Hohenzollern, Württemberg und Hannover haben ihr Kommen angekündigt. Einer der bekanntesten Gäste wird Königin Sophia von Spanien sein. Sie ist in Schloss Salem zur Schule gegangen und kommt deshalb oft zu Besuch an den Bodensee.

Prinz Bernhards Frau will sich nicht in die Geschäfte der markgräflichen Verwaltung einmischen. Beruf und Privates werde sie strikt trennen, sagt die Kommunikationswissenschaftlerin. Prinz Bernhard ist inzwischen Generalbevollmächtigter seines Vaters und führt die Geschäfte des Hauses. Dabei hat er sich schon viel Vertrauen erworben.


© Südwestpresse
Juni 2001

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